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Das Handtuch neu erfunden

Preetz Das Handtuch neu erfunden

Kann man das Handtuch neu erfinden? Florian Goecke und Lennart Rieper haben es getan: Die Produktdesigner entwickelten ihr Towell. Mit dem rein aus deutschen Bestandteilen hergestellten Artikel, der in den Preetzer Werkstätten gefertigt werden soll, starten sie nun über Crowdfunding bei Kickstarter ihr erstes eigenes Projekt.

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Die Produktdesigner Lennart Rieper und Florian Goecke (rechts) wollen das multifunktionale Handtuch Towell vor allem für Sportfans auf den Markt bringen. Der Prototyp des Towells (unten) hat eine praktische Tasche zum Verstauen, ein Magnet-Lederhaken und einen Überzug, damit er auch vom Stuhl nicht runterfallen kann.

Quelle: Claudia Josefus-Szellas

Preetz. Der Preetzer Florian Goecke und der Rendsburger Lennart Rieper trafen sich zufällig vor vier Jahren an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch-Gmünd. Nicht nur die Tatsache, dass sie Nordlichter sind, führte sie zusammen: Als Kreativ-Team nahmen sie während des Studiums erfolgreich an Design-Wettbewerben teil. „Wir haben für Audi ein Dachdesign für den A1 entwickelt und den ersten Preis gemacht“, berichtet Goecke. Bei Mercedes gewannen sie ebenfalls.

 Für die 26-Jährigen gab es nach vielen abgeräumten Preisen einige Verlockungen: „Firmen haben uns Angebote gemacht und wollten uns einstellen. Wir wollten was Eigenes auf die Beine stellen und Florian redet seit dem zweiten Semester davon, dass er etwas mit den Preetzer Werkstätten realisieren will“, sagt Rieper. Bodenständig, sympathisch und voller Ideen sind die zwei Freunde. „Frisch von der Uni hat man kein Kapital. Deshalb suchen wir über Kickstarter Investoren. Der Markt wird zeigen, ob wir mit dem multifunktionalen Handtuch richtig liegen“, so Rieper.

 Ihr Towell erläutert Goecke: „Unsere Hobbys sind das Fitnesstraining und Joggen. Da gibt es immer das Problem: Wohin mit dem Handtuch? Wohin mit dem Schlüssel?“ Die Funktion wollten sie verbessern: „Es sollte nicht mehr rutschen und eine Möglichkeit zum Anhängen bekommen.“ Für Wertsachen integrierten sie eine Tasche.

 Den Prototypen ließ Rieper bei seiner 88-jährigen Großmutter Ingeborg in Rendsburg anfertigen. „Wir haben ihr davon erzählt und sie gefragt, was sie benötigt, um unsere Idee umzusetzen. Sie ist Schneidermeisterin und hat sich einen Tag lang an das erste Towell gesetzt“, so Rieper. Damit ging es in die Preetzer Werkstätten: „Dort habe ich meinen Zivildienst absolviert. Gemeinsam haben wir unser Vorhaben besprochen“, so Goecke.

 Eine Firma aus Kiel liefert die Lederaufhängungen. Aus einer Essener Weberei kommen die 50 mal 100 Zentimeter großen Handtücher.

 „Bis zum 1. Juli müssen wir die Finanzierungssumme von 10000 Euro erreicht haben“, erklärt Rieper. „Dann starten wir mit der Produktion. Das Zeitfenster haben wir weit gespannt und spätestens November gibt es das Towell“, so Goecke. Nach dem vierten von 30 Tagen haben die Nordlichter bereits über 185 Unterstützer und eine Summe von 7268 Euro erreicht.

 Ihre Liste an weiteren Produktideen ist noch lang. „Das ist unsere Leidenschaft, und seit wir zusammen studiert haben, kennt man uns gar nicht anders.“ Momentan arbeiten die Kreativen auch an der Verwirklichung einer eigenen Agentur.

 Dies ist eine Art der Finanzierung, bei der meistens im Internet die Interessenten animiert werden, ein Produkt zu unterstützen. Die Zeit, um das Zahlungsziel zu erreichen, liegt in der Regel bei einem Monat. Der Start für die Realisation des Towell war der 1. Juni. Das Budget von 10000 Euro muss bis zum 1. Juli erreicht sein, dann geht das Produkt in die Fertigung. Die Unterstützer können im Internet den Fortschritt sehen. Bezahlt wird, wenn die aufgestellte Summe erreicht ist. Kickstarter ist eine Plattform, die in Deutschland Kreativen die Möglichkeit gibt, über Crowdfunding eine Finanzierung zu realisieren.

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Claudia Josefus-Szellas

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Foto: Sabine Florian, Leiterin der Nähwerkstatt, zeigt den Towell-Erfindern Lennart Rieper (links) und Florian Goecke, dass die Lederhaken alle per Hand genäht worden sind.

Der Preetzer Florian Goecke und der Rendsburger Lennart Rieper traten im Juni an, um ihr neu erfundenes Handtuch mittels Crowdfunding auf den deutschen Markt zu bringen. Nun startet die Produktion – unter anderem auch die des speziellen Clips, der in den Preetzer Werkstätten gefertigt wird.

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