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Der Kapitän der Seebrücke

Jürgen Vorberg aus Schönberg Der Kapitän der Seebrücke

Wer den kleinen weißen Piaggio durch die Gemeinde Schönberg fahren sieht, weiß: Da kommt der Seebrückenkapitän. Der 74-jährige Jürgen Vorberg, seit 2011 am Strand der Mann für alle Fälle, hat aber noch viel mehr Interessen und Hobbys, die auch in der Öffentlichkeit sichtbar sind.

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Er liebt alte Dinge mit Atmosphäre: Das alte Haus am Schönberger Marktplatz hatte es Jürgen Vorberg gleich angetan.

Quelle: Astrid Schmidt

Schönberg. Das 1781 erbaute Haus am Marktplatz gab unter anderem den Ausschlag, dass Vorberg vor acht Jahren von Vörstenmoor bei Lütjenburg nach Schönberg zog. Der gelernte Kommunikationselektroniker liebt alte Dinge, die für ihn eine ganz besondere Atmosphäre haben. In seiner zweiten Ehefrau Erika hat er dabei die passende Partnerin.

 30 Jahre lang hatte Vorberg ein am Ende fast 100 Jahre altes Boot, hegte und pflegte den gaffelgetakelten Spitzgattkutter, tauschte ihn aber schließlich gegen ein englisches Longboat. „Ein Boot muss aus Holz sein, nicht so ein moderner Joghurt-Becher“, erzählt Vorberg. So ähnlich geht es ihm auch mit Autos. Das alte Dreirad, mit dem er fast täglich zwischen Schönberg und Schönberger Strand unterwegs ist, um an der Seebrücke und am Strand ein Auge auf die Ordnung und die Sicherheit zu haben, hat er „vor der Verschrottung bewahrt“. Als er sein Amt antrat, stand das Gefährt auf dem Bauhof. „Der Kolben war festgefressen, aber so etwas habe ich schon als junger Bengel selbst repariert“, erinnert sich Vorberg. So packte er kurzerhand an und machte den Piaggio wieder flott.

 Neben der Technik ist die Musik eine große Leidenschaft des Schönbergers. Jahrelang sang er im Männerchor Lütjenburger Liedertafel, bevor er nach Schönberg zog und sich dem Vereinschor Ole Schippn Laboe anschloss. „So etwas muss doch auch in Schönberg gehen“, hatte Vorberg gedacht und die Gründung der Schönberger Dieksänger mit vorangetrieben. Das Ensemble probt derzeit im zweiten Jahr.

 Auch der Malerei hält Vorberg seit Jahrzehnten die Treue. „Ich hatte in der Schule einen sehr guten Kunstlehrer“, erzählt Vorberg. Für ihn sei es das Schönste, draußen in der Natur zu malen. Seine Motive seien „fast immer maritim“. Auch im Urlaub, vorwiegend in Skandinavien, greift Vorberg zu Block und Pinsel. Seine Bilder hängen unter anderem in der schwedischen Partnergemeinde Älvdalen. Buchillustrationen und gemeinsame Ausstellungen mit seinem Freund Rainer Runge gehören ebenso zu den künstlerischen Projekten Vorbergs. Doch egal, was Vorberg vorhat – er hält es mit der skandinavischen Lebenseinstellung: „Man braucht nicht für alles x Gutachten. Einfach anpacken und machen, dann ist auch vieles möglich.“

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