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Erinnerung an Tote der Skagerrakschlacht

Laboe Erinnerung an Tote der Skagerrakschlacht

Am Ende war das Bild bei der Gedenkveranstaltung zur Skagerrak-Schlacht dann doch noch rund. Die Deutsche Marine durfte zwar aufgrund des Traditionserlasses in Laboe offiziell keine Schiffe zur Gedenkveranstaltung schicken.

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An der Gedenkveranstaltung nahm auch Prinz Edward teil, der Herzog von Kent und Präsident der Commonwealth War Graves Commission.

Quelle: Ulf Dahl

Laboe. Dennoch war just in dem Moment, als am Dienstag Prinz Edward, Herzog von Kent, den Kranz für die vor 100 Jahren in der Schlacht gefallenen Soldaten am Ehrenmal niederlegte, die „Sulzbach-Rosenberg“ plötzlich im Bild. Das Minenjagdboot zog zufällig genau zu dem Zeitpunkt vorbei, als sich die 500 Ehrengäste zum Gedenken erhoben.

Auch wenn dem Tod von 8645 Soldaten gedacht wurde, ging es in Laboe bei der internationalen Gedenkfeier zivil zu. Während fast 1000 Kilometer nordwestlich Prinzessin Anne in Marineuniform an der Seite von Bundespräsident Joachim Gauck im schottischen Kirkwall auf den Orkney Inseln die Ehrenformationen britischer Soldaten abschritt, hatte Prinz Edward seine Offiziers-Uniform im Flieger gelassen, um sich dem zivilen Charakter der deutschen Veranstaltung anzupassen.

Hier finden Sie Fotos von der Gedenkveranstaltung zur Skagerrakschlacht in Laboe.

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An dem militärischen Anlass für die Gedenkfeier an der Kieler Förde ließ der Herzog von Kent in seiner Ansprache aber dennoch keinen Zweifel. „Als die Schiffe der britischen und der deutschen Flotte zum Feuergefecht anhoben, trug jeder einzelne von ihnen, vom Admiral bis zum Matrosen, das gleiche Risiko. Jeder tat seine Pflicht“, würdigte der Herzog die Opfer auf beiden Seiten. In seiner Ansprache mahnte er die Jugend, das Andenken an die Toten bei Veranstaltungen wie diesen als „Fackel der Erinnerung“ weiterzugeben.

Prinz Edward erinnerte in seiner Ansprache daran, dass Veranstaltungen wie in Laboe der Grund seien, innezuhalten. „Es sind Gelegenheiten, um heute als Freunde zusammenzukommen und denen Respekt zu zollen, die im Dienst ihres Landes standen und gestorben sind, ganz gleich, ob auf britischen oder auf deutschen Schiffen“, sagte der Herzog von Kent.

Für die Deutsche Marine hob Konteradmiral Thorsten Kähler die Lehren aus den Kriegen in Europa hervor. „Wenn wir es heute als selbstverständlich empfinden, dass niederländische, deutsche oder skandinavische Soldaten auf Kriegsschiffen in Großbritannien ausgebildet werden, wenn wir die gemeinsame Arbeit in Kommandostäben und auf See als feste Größe militärischen Handelns begreifen, sind wir auf einem guten Weg“, sagte Kähler.

Als ranghöchster Vertreter der deutschen Regierung war der Staatsminister aus dem Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), nach Laboe geschickt worden. „Heute zielen wir zum Glück nicht mehr mit Waffen aufeinander, sondern wir diskutieren in Brüssel über politische Kompromisse. Die EU ist das erfolgreichste Friedens- und Demokratieprojekt“, sagte er und äußerte die Hoffnung, dass Großbritannien auch in Zukunft weiter ein Teil der EU bleiben wird.

Bei den Uniformen dominierte in Laboe übrigens die der dänischen Armee. In Vertretung für das Marinemusikkorps Kiel hatte der Volksbund der Kriegsgräberfürsorge und der Deutsche Marinebund als Ausrichter der Gedenkfeier das Prinsen Musikkorps der königlich dänischen Armee nach Kiel geholt. Das Marinemusikkorps spielte auf Einladung der Briten bei der Gedenkveranstaltung der britischen Marine im Kirkwall.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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