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Die Drohne erobert die Feuerwehr

Lütjenburg Die Drohne erobert die Feuerwehr

Die Feuerwehr Lütjenburg verfügt ab sofort über Luftunterstützung. Wehrführer Eckard Rau stellte zum 150. Jubiläum des Verbandes die landesweit erste Aufklärungsdrohne bei einer Feuerwehr in Dienst. Sie kommt zum Einsatz bei großen Unglücken und der Suche nach vermissten Personen.

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Die Drohne der Feuerwehr Lütjenburg steht bei einem Testflug trotz Windes fast unbeweglich in der Luft.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Der Testflug über dem Lütjenburger Marktplatz verlief optimal. Die Drohne startete ohne Ruckeln, stieg surrend in eine Höhe von 30 Metern und verharrte wie ein Falke bei der Jagd an einem Punkt am Himmel. Von dort schickte sie Bilder auf einen Monitor am Boden und direkt auf das Handy des Wehrführers. Im Ernstfall gehen die optischen Informationen auf einen Bildschirm im Einsatzleitwagen der Lütjenburger. Rau: „Wir können die Lage von oben besser beurteilen und entsprechend reagieren.“ Man könne zum Beispiel bei einem Brand schnell und einfach eine Dachkonstruktion abfliegen. Auch andere Einsätze sind für ihn denkbar. Der Quadrocopter könnte mit einem angehängten Gasmessgerät zum Beispiel bei einem Giftunfall Gefahren erkennen, ohne dass Menschen in die kontaminierte Zone müssten. Eine halbe Stunde kann das batteriebetriebene Gefährt in der Luft bleiben.

 Rau denkt noch weiter. Die zurzeit eingesetzte Drohne erwarb er kurzfristig persönlich und stellt sie der Feuerwehr zur Verfügung. Ihm schwebt später ein größeres Fluggerät vor, das auch eine Wärmebildkamera tragen kann. Die ersten 500 Euro für diese Anschaffung spendierte schon einmal der Famila-Markt. „Das wäre das Optimum bei einer Personensuche.“ Bisher fährt die Lütjenburger Feuerwehr dafür ihre Drehleiter aus. Aus dem Korb oben schwenken die Retter die Wärmebildkamera über die Umgebung und halten Ausschau nach dem Vermissten. Mit der mobilen Drohne ginge es schneller und gründlicher. Sie fliegt auch über Wasser. Bei Badeunfällen und Bootsunglücken stünde den Helfern dafür ein Blick von oben zur Verfügung.

 Bevor die fliegende Feuerwehreinheit in Lütjenburg abhob, bewältigte Rau eine Menge Papierkram. Die Luftfahrtbehörde des Landes erteilte ihm schließlich eine „Aufstiegsgenehmigung für unbemannte Luftfahrtsysteme“, die vieles erlaubt, was Privatleuten streng verboten ist. Er sei dort sehr zuvorkommend behandelt worden, weil es auch für die Behörde eine Premiere war. Jeden Flug dokumentieren die Feuerwehrleute in einem eigenen Fahrtenbuch, wie für die großen Löschfahrzeuge auch. Die Piloten erhalten eine Schulung direkt vom Drohnenhersteller. Nur mit diesem Führerschein dürfen sie an die Schalthebel. Rau rechnet mit einer großen Nachfrage aus den Reihen der Feuerwehr, diesen Lehrgang auch zu besuchen. Bei allem Ernst während der kommenden Einsätze strahlt die Drohne auch einen gewissen Spaßfaktor aus.

 Das Gerät ist mit einer besonderen Sicherung versehen. Reißt die Verbindung zur Fernsteuerung ab, schaltet ein Computer in den Selbstflug-Modus. Die Drohne findet über GPS selbstständig an ihren Startpunkt zurück und landet automatisch. Sie kann also so gut wie nicht verloren gehen.

 Lütjenburg ist die offiziell erste Wehr in Schleswig-Holstein mit diesem Fluggerät. Rau schätzt, dass sein fliegendes Auge bei entsprechenden Lagen im ganzen Kreis Plön angefordert wird. In wenigen Jahren würden aber viele Städte und Gemeinden auf die neue Technik zurückgreifen. Er prophezeit: „Das wird einmal Standard bei der Feuerwehr.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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