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Frühjahrsputz für 1036 Orgelpfeifen

Stadtkirche Frühjahrsputz für 1036 Orgelpfeifen

Das Geräusch eines Staubsaugers durchdringt die Stille in der Stadtkirche Preetz. Hoch über den Kirchenbänken ist Orgelbaumeister Mathias Jung mit einem Kollegen damit beschäftigt, die 1036 Pfeifen der Rolf-/Plambeck-Orgel auszubauen und zu reinigen. Gut zwei Wochen werden die Arbeiten dauern.

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Orgelbaumeister Mathias Jung beseitigt Stockflecken und Schimmel von den Pfeifen des Instruments.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Am Montag ist Jung, der das historische Instrument bereits vor 16 Jahren runderneuert hatte, aus dem Schwarzwald angereist. Die ersten Pfeifen und Halterungen sind von Stockflecken und Schimmel befreit und wieder eingebaut. Andere liegen und stehen überall säuberlich aufgereiht. „Die Öffnungen im Gehäuse sorgen für den Luftaustausch“, erklärt er. Überall dort, wo die warme Luft nicht hinkommt und Kondenswasser zu finden ist, entstehe in Verbindung mit dem Staub Schimmel.

 Normalerweise steht die Wartung von Orgeln rund alle 20 Jahre an. Dass es in Preetz nun vier Jahre eher als geplant passiert, erklärt Jürgen Plischke als Vorsitzender des Bauausschusses der Kirchengemeinde mit den Arbeiten am Dach, die kürzlich ausgeführt wurden. „Dadurch ist viel Staub eingedrungen“, sagt er.

 1573 hatte Orgelbauer Hans Köster das Instrument gebaut. Teile dieses Vorgängermodells sind heute noch in der Rohlf-/Plambeck-Orgel zu finden, die aus dem Jahr 1733 stammt und 2000 von Jung rekonstruiert worden war. Die längste Pfeife – das große C – kommt auf eine stolze Länge von viereinhalb Metern. Das kleinste Exemplar misst gerade einmal zwölf Millimeter.

 „Es wird alles wie neu: Windanlage, Spiel- und Registermechanik sowie die Pfeifen.“ Alle Flächen werden entstaubt und jede Pfeife einzeln gereinigt, erklärt Jung: „Die Stockflecken werden mit einer Alkohollösung beseitigt, anschließend wird ein Fungizid aufgetragen.“ Alles wird gründlich ausgesaugt. „Das ist wie Frühjahrsputz zu Hause.“ Er öffnet eine Klappe im Fußboden, die Pfeifen sind dort aus Holz. „Heute wäre es billiger, sie aus Metall zu fertigen, aber früher war es genau andersrum.“

 Zusammen mit Plischke wirft Jung noch einen Blick in die Balgkammer. Der Orgelbaumeister überlegt, wie man wärmere Luft in den Raum bekommt. Plischke greift zum Telefon und vereinbart einen Termin mit dem Tischler. „Da setzen wir eine Gittertür ein“, meint er.

 Die Stadtkirche bleibt noch bis zum 19. März geschlossen. Zum Gottesdienst am Sonntag, 20. März, soll dann im großen Kirchenschiff die gereinigte Orgel erklingen.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
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