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Familie fährt mit dem Rad nach Paris

"Kids for Water" Familie fährt mit dem Rad nach Paris

Auf dem Fahrrad nach Paris: Sechsköpfige Dobersdorfer Familie will mit 1800-Kilometer-Tour Spenden für ein Wasserprojekt in Äthiopien einwerben. Die Idee kam den Kindern beim Fernsehen. Eine Dokumentation über Wassermangel diente als Inspiration.

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„Kids for Water“: Die Doberdorfer Katrin und Fabiano Farinaro wollen imt ihren Kindern (von links) Aurora (10), Giambattista (7), Giustina (8) und Giuliano (12) für den guten Zweck und das Abenteuer per Fahrrad bis nach Paris fahren.

Quelle: Kay-Christian Heine

Dobersdorf. Als die 10-jährige Aurora Farinaro und ihr zwei Jahre älterer Bruder Giuliano eine TV-Doku zum Thema Wassermangel und seine bösen Folgen für die Menschen in verschiedenen Teilen der Welt sahen, waren sie bestürzt – und wollten helfen. Mutig trugen sie ihren Eltern und den beiden jüngeren Geschwistern nach Internetrecherchen ihre Idee für ein eigenes Hilfsprojekt vor: Eine Radtour mit der ganzen Familie nach Paris, genannt „Kids for Water“. Ihr Ziel neben dem Familienabenteuer ist es, mit dieser öffentlichkeitswirksamen Aktion Spenden für den Brunnenbau im nordostafrikanischen Äthiopien zu sammeln. Weil auch die Eltern und Geschwister davon begeistert sind, fährt die sechsköpfige Dobersdorfer Familie heute los. Rund 1800 Kilometer in sieben Wochen wollen Katrin und Fabiano Farinaro mit ihren vier Kindern Giuliano (12), Aurora (10), Giustina (8) und Giambattista (7) für den guten Zweck und eine gehörige Portion Abenteuer per Fahrrad bis nach Paris zurücklegen. Das klingt mit so kleinen Kindern überaus ehrgeizig, sei aber, so die Eltern übereinstimmend und eifrige Zustimmung der Kinder erntend, „kein Problem“. „Die Kinder sind so voller Energie, die packen das“, ist Vater Fabiano überzeugt und außerdem sei das nicht die erste große, wenn auch bislang weiteste Fahrradtour der sportlichen Familie. „Wenn es ernste Probleme geben sollte, nehmen wir die Bahn zurück“, beruhigt Katrin Farinaro.

Schwierigkeiten aber scheinen angesichts erwartungsfroh strahlender Kinderaugen und gründlicher, eineinhalbjähriger Vorbereitung in weiter Ferne. Alle sechs rechnen fest damit, auf der von Dobersdorf über europäische Radwanderwege an die Nordsee, entlang der Küste in die Niederlande nach Amsterdam und weiter durch Belgien in Richtung Frankreich führenden Route schließlich in Paris anzukommen. Um den Kindern viel Spaß zu garantieren, gibt es keinen festen Tourplan mit zu engen Vorgaben. „Wir wollen im Schnitt rund 60 Kilometer am Tag schaffen“, sagt Fabiano Farinaro, aber wenn es die Familie zwischendurch irgendwo besonders schön finde, müsse das nicht sein. „Schließlich wollen wir ja auch mal ein paar Tage am Strand bleiben“, bekräftigt Aurora mit keinen Widerspruch duldendem Lächeln.

Seine Kumpels in der Schule und die Lehrer fänden die Pläne der Familie gut und hätten ihm Mut gemacht, meint Giuliano. Überhaupt ist der 12-Jährige sehr zuversichtlich, nicht nur die Tour zu schaffen, sondern auch reichlich Spenden für den Brunnenbau in Äthiopien zusammenzubekommen. „Die Menschen dort brauchen ja unbedingt frisches, sauberes Wasser“, weiß er. Um dieses große Ziel der Reise zu erreichen, haben die Farinaros starke Partner und Sponsoren gewonnen. Neben einem Kieler Fahrradbauer, der aus Bambus gefertigte Rahmen für seine Zweiräder verwendet, gehören dazu ein weiterer großer Fahrradhändler, Hersteller geeigneter Kleidung und Fahrradtaschen, eine Textildruckerei, die das Projektlogo auf die Fahrradkleidung der Familie bringt und eine Werbeagentur, die eine Internetseite und den Flyer für das Projekt gestaltet hat. Ziemlich cool finden die Kids auch, dass die Kieler Band „Büro am Strand“ einen Song nur für das Projekt machen will. Und damit die gesammelten Spenden in Äthiopien in den richtigen Händen landen, arbeiten die Farinaros mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF zusammen.

Infos zum Projekt „Kids for Water“, dem Spendenkonto und einen Link zum Liveblog auf Facebook gibt es im Netz auf www.kidsforwater.de

Autor: Kay-Christian Heine

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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