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Plädoyer für fairen Kaffeehandel

Dokumentation Plädoyer für fairen Kaffeehandel

„Wir sind verrückt nach Kaffee, bezahlen aber nicht genügend dafür“ – dieses Fazit zieht Ulrich Dagge, nachdem er sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt und einen Film darüber gedreht hat. Am Sonntag, 3. April, ab 18 Uhr zeigt er ihn im Saal der evangelischen Kirchengemeinde Heikendorf.

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Ulrich Dagge hat sich intensiv mit dem Thema Kaffee und fairer Handel beschäftigt. Nun hat er einen Film darüber gedreht.

Quelle: Andrea Seliger

Heikendorf. Schon seit mehr als 30 Jahren pflegt die Kirchengemeinde eine Partnerschaft mit der Gemeinde Mrimbo in Tansania am Fuß des Kilimandscharo und unterstützt dort unter anderem Bildungsprojekte. „Die Menschen leben zu 90 Prozent vom Kaffeeanbau“, erklärt Ulrich Dagge, der selbst mehrfach die Gemeinde besucht hat. Somit lag es nahe, den Kilimandscharo-Kaffee auch im Weltladen im Kirchturm der Gemeinde zu verkaufen. „Wer ein Einkommen hat, von dem er leben kann, der wird auch in seiner Heimat bleiben“, meint Dagge mit Blick auf die Flüchtlingsdiskussion.

 Wie hoch das Einkommen der Kaffeebauern tatsächlich ist, hängt jedoch vom Weltmarktpreis für das gefragte Gut und auch von den Konditionen vor Ort ab. So stammt der Heikendorfer Kaffee aus einem Zusammenschluss von kleinen Kooperativen, der Fair-Trade-Preis sichert den Bauern auch bei niedrigem Weltmarktpreis ein Mindesteinkommen (für die Sorte Arabica zurzeit 1,40 US-Dollar für ein amerikanisches Pfund, etwa 450 Gramm). Auf den Plantagen großer Hersteller sind die Bedingungen für die Arbeiter anders. Wie wenig tatsächlich bei den Menschen vor Ort hängenbleibt, lässt sich erahnen, wenn man wie Ulrich Dagge vom Verkaufspreis zurückrechnet: „Pro Kilo Kaffee werden 2,18 Euro Kaffeesteuer fällig“, berichtet er. Dazu kommen Transport, Röstung, Verpackung, Zwischenhändler und die Mehrwertsteuer für die diversen Schritte. Im Film zeigt er den ganzen Weg, die unterschiedlichen Methoden und auch die besonderen Bedürfnisse des Kaffeestrauchs.

 „Ich habe Material für 50 Stunden“, sagt Dagge. Er hat sein Werk aber auf 26 Minuten konzentriert und auch ein Begleitbuch dazu erstellt. Er würde den Film auch in Schulen zeigen und von seinen Recherchen berichten. Klar ist, dass das Thema Kaffee ihn weiter beschäftigt: „Die Idee Fair Trade ist gut – aber es muss noch fairer werden!“

 Kontakt: Tel 0431/24954 oder kino-sh@web.de

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