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Serienbetrügerin plündert Konto ihrer Anwältin

Drei Jahre Haft Serienbetrügerin plündert Konto ihrer Anwältin

Eine einschlägig vorbestrafte 28-Jährige konnte es offensichtlich nicht lassen: Mit gefälschten Überweisungsträgern ergaunerte sich die Frau rund 27.000 Euro. Das Amtsgericht Plön verurteilte am Donnerstag die Frau wegen Diebstahls, schweren Betrugs und Urkundenfälschung zu drei Jahren Gefängnis.

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Das Amtsgericht Plön ging mit der Strafe über das Plädoyer der Verteidigung hinweg.

Quelle: Arne Dedert/dpa

Plön. „Um ein angenehmes Leben ohne Arbeit zu führen“, plünderte die Serienbetrügerin mit Hilfe gefälschter Überweisungsträger zielgerichtet die Konten von Personen aus ihrem Umfeld. „Hier muss eine empfindliche Strafe her“, sagte der Vorsitzende des Plöner Schöffengerichts, Volker Gillerke. Sein Urteil: drei Jahre Freiheitsstrafe für die 28-Jährige. Der einschlägig Vorbestraften warf er Diebstahl und gewerbsmäßigen Betrug in Tateinheit mit Urkundenfälschung in 21 Fällen vor. In acht weiteren Fällen blieb es beim Versuch: Die Banken hatten Verdacht geschöpft und die vierstelligen Überweisungen gestoppt. Zwischen Dezember 2014 und August 2015 schleuste die Angeklagte 27.000 Euro auf ihr Konto. Zur Tatzeit stand sie wegen ähnlicher Delikte unter Bewährung.

Allein 18.000 Euro zog die Angeklagte vom Konto ihrer Rechtsanwältin ab, die sie im Streit um den beim Vater lebenden Sohn (10) vertrat. Bei einem Beratungsgespräch in der Kanzlei hatte sie das Portemonnaie der Anwältin eingesteckt. Es lag auf dem Schreibtisch, während die Besitzerin kurz im Nebenraum war. Der gestohlenen EC-Karte entnahm die Diebin Kontodaten und Unterschrift, die sie auf Überweisungsvordrucken imitierte. Weil die Anwältin die Karte nicht sperren ließ und das kaum kontrollierte Konto mit ihrem Ehemann nutzte, fielen die Abschöpfungen erst Monate später auf.

Sie sammelte Bankverbindungen

Mit der EC-Karte druckte die Angeklagte auch Kontoauszüge aus, deren Daten sie ebenfalls für Abhebungen missbrauchte. Sie sammelte regelrecht fremde Bankverbindungen und Unterschriften, heftete sie ab. Die Polizei stellte die Unterlagen bei einer Durchsuchung sicher. Zum Kreis der unfreiwilligen Geldgeber gehört auch ein Strafverteidiger, der die dutzendfach vorbestrafte Serientäterin früher vertreten hatte. Und ein Bekannter, der ihr Geld borgte. Das Adelige Kloster Preetz als Vermieter und die Preetzer Volkshochschule stehen ebenfalls auf der Liste.

Vor Gericht legte die aus Sachsen stammende Frau ein umfassendes Geständnis ab, erzählte von hohen Schulden und schwerer Kindheit mit einer alkoholkranken, vom Ehemann geschlagenen Mutter. „Wir glauben das einfach nicht“, wies der Vorsitzende die Darstellung zurück. Von angeblichen Jugendverfehlungen finde sich nichts im Vorstrafenregister. Als Hartz IV-Empfängerin habe die Angeklagte eine Existenzgrundlage gehabt, aber jahrelang keine Miete gezahlt.

Strafverteidiger Thoste Schaller verwies auf psychische Probleme seiner Mandantin. „Ich kam aus der Spirale nicht raus“, sagte die 28-Jährige. Sie habe versucht, ihrem Sohn „was zu bieten“ und mit dem Vater des Jungen mitzuhalten, der in soliden Verhältnissen lebe. Ihr Anwalt plädierte auf Bewährung und kündigte bereits Rechtsmittel gegen das Urteil an.

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