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Weg für Fische ist bald frei

Sohlgleite Preetz Weg für Fische ist bald frei

Mitten im Flussbett stehen die großen Maschinen. Dort, wo sonst das Wasser der Alten Schwentine durch den Harderpark in Preetz fließt, werden nun Steine gelegt und Böschungen befestigt. Die Arbeiten für den Bau der Sohlgleite sind in vollem Gange – und liegen genau im Zeitplan.

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Eine Spundwand trennt das Flussbett: Rechts wird im zurzeit trockengelegten Flussbett die Sohlgleite gebaut, links entsteht die Hochwasseranlage.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Die historischen Gewölbe unter der Straßenbrücke, die nach dem Abriss der Klostermühle 1974 stehen geblieben waren, sind nun auch Geschichte. „Die kleinen Silokeller wurden abgebrochen und die alte Wand nachgearbeitet“, erläutert Hans-Joachim Schröder vom Gewässerunterhaltungsverband Schwentinegebiet im Kreis Plön bei einem Rundgang über die Baustelle. Um die Böschung zur Straße zu halten, sei eine neue Stahlbetonwand gegossen worden. Auch auf der gegenüberliegenden Seite sollen noch einige Steine abgetragen und das restliche Mauerwerk saniert werden, bevor die Fläche wieder „angeböscht“ werde. An der Brücke sei ein Stück angesetzt worden, dort komme noch das Geländer hin.

 Ein Damm am ehemaligen Bohlenstauwehr sorgt für ein trockenes Flussbett. Die Alte Schwentine, die in Preetz auch Mühlen- oder Postau heißt, wird derzeit über einen mit Spundwänden abgetrennten Kanal geleitet. Die langgezogene Sohlgleite soll das Stauwehr ersetzen, um zukünftig den Fischen den Aufstieg zu erleichtern und zu ermöglichen. Der Umbau kostet inklusive aller Nebenleistungen rund 1,5 Millionen Euro, die im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu 100 Prozent von der EU und dem Land finanziert werden.

 Im Flussbett haben die Mitarbeiter der Firma Schwalbe schon die Steine verteilt. Die Strömungsverhältnisse sollen auf maximal 0,4 Meter pro Sekunde eingestellt werden. Im Auslaufbereich der Sohlgleite sollen zwei Löcher, sogenannte Kolks, im Grund ausgehoben werden, außerdem sei bereits eine kleine Furt angelegt worden, um das Wasser zu beruhigen. Dahinter entsteht eine Ein- und Ausstiegsstelle für Kanufahrer.

 Die Spundwände, die den Kanal abtrennen, blieben stehen, so Schröder – bis auf einen Bereich, wo schon Gabionen eingebaut wurden. Wenn die Sohlgleite fertig sei, werde der Damm geöffnet und das Wasser in das ursprüngliche Bett zurückgeleitet. Danach lege man den anderen Bereich trocken, um dort eine Hochwasserschutzanlage einzubauen. Ein neuer Pegelmesser im Postsee übertrage zukünftig die Daten per Funk an die Steuerung. „Bei einem bestimmten Wasserstand im See öffnet sich die Anlage selbsttätig“, so Schröder.

 Die Baufirma ist zurzeit damit beschäftigt, sogenannte Kammerdeckwerke auf die Böschung zu legen. Die mit Steinen gefüllten Kunststoffnetze sollen das Ufer vor strömungsbedingten Ausspülungen schützen. „Da kommt noch Mutterboden drauf“, betont Schröder. „Wir haben mit dem Wetter richtig Glück gehabt und liegen sehr gut im Zeitplan“, freut er sich. Die Arbeiten sollen Mitte oder Ende November fertig sein.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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