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Durchbruch für Verbindungsstraße

Barkauer Land Durchbruch für Verbindungsstraße

Viel zu schmal, kein Geh- und Radweg – die Pläne für die Dörferverbindungsstraße, die im Zuge des Ausbaus der B404 zur A21 entsteht, hatten im Barkauer Land jahrelang für Proteste gesorgt. Jetzt gab es einen Durchbruch: Die Straße wird 50 Zentimeter breiter und der Weg wird gebaut.

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Wie gefährlich Begegnungsverkehr auf einer nur 5,50 Meter breiten Kreisstraße sein kann, demonstrierten vor vier Jahren zahlreiche Einwohner der Gemeinden im Barkauer Land.

Quelle: Peter Braune

Barmissen. In der Alten Schmiede in Barmissen tagte am Donnerstagabend der Arbeitskreis Siedlungsentwicklung. Der Großbarkauer Bürgermeister Peter Steiner und sein Amtskollege Karl Oberem aus Warnau berichteten von ihren Gesprächen im Wirtschaftsministerium unter anderem mit Staatssekretär Frank Nägele und dem Leiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV), Torsten Conradt, sowie eine Woche später bei Ministerpräsident Torsten Albig. Auf den Tischen lagen Fotos von einer Protestaktion vor vier Jahren. Damals hatten zahlreiche Einwohner demonstriert, wie gefährlich Begegnungsverkehr auf einer nur 5,50 Meter breiten Kreisstraße sein kann.

 Beim Ausbau der B404 zur Autobahn verschwindet der jetzige Radweg. In den bisherigen Plänen war kein Ersatz an der neuen Dörferverbindungsstraße vorgesehen. Seit Jahren kämpften die Gemeinden dagegen an. Auch der Kreistag hatte sich im vergangenen Jahr mit einem einstimmigen Beschluss für eine 6,50 Meter breite Fahrbahn sowie einen separaten Geh- und Radweg ausgesprochen.

 Steiner gab die Argumentation von Nägele weiter, der gemeint habe, auf einer breiteren Straße werde zu schnell gefahren. Fußgänger und Radfahrer könnten „dämpfend“ auf den Verkehr einwirken. „Das geht vielleicht in der Stadt, aber doch nicht in der Pampa“, regte sich Steiner auf. „Und das auf fünfeinhalb Metern, die noch nicht einmal für zwei große Fahrzeuge ausreichen.“ Die Bürgermeister hätten darauf hingewiesen, dass die neue Straße auch von Bussen, Mähdreschern und Lkw sowie vom Umleitungsverkehr bei einer eventuellen Sperrung der A21 genutzt werde. Das Argument des LBV, dass die A21 nicht stauanfällig sei, „ist doch schizophren“, so der Großbarkauer Bürgermeister.

 Die Kompromisslösung sei eine sechs Meter breite Straße. Außerdem sei zugesagt worden, dass ein zwei Meter breiter Geh- und Radweg gebaut werde. Zunächst sei noch mit den Mehrkosten von rund zwei Millionen Euro argumentiert worden, so Steiner. Doch die Gemeinden hätten eine Gegenrechnung aufgemacht: Im Gegensatz zu einer 6,50 Meter breiten Fahrbahn spare man rund 750000 Euro, das gelte auch für den um 50 Zentimeter auf zwei Meter abgespeckten Radweg. Damit seien die Mehrkosten schon fast aufgefangen. „Eines ist klar: Die Gemeinden zahlen keinen Cent!“

 Allerdings sei noch nicht entschieden, ob der Radweg parallel zur Straße oder eventuell auf gut ausgebauten Feldwegen durch die Landschaft verläuft. Aber auch da gab Steiner sich kämpferisch: „Wir lassen die Kinder doch nicht im Dunkeln durch die Wüste fahren.“

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