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Ehemaliges Kurheim Alles muss raus

Die neuen Eigentümer des ehemaligen Mutter-Kind-Kurheims in Grebin haben mit der Renovierung der Immobilie begonnen und möchten das Inventar gegen einen geringen Obolus abgeben. Das Angebot reicht von der Babywippe und Wickelkommoden bis hin zur Couchgarnitur.

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Renate Jark in einem Raum voller Kindermöbel. Dort stapeln sich Betten, Babywippen und Wickelkommoden.

Quelle: Orly Röhlk

Grebin. Bei einem Rundgang durch das Gebäude zeigte Renate Jark die Berge von Möbeln, die sich in den Räumen stapeln. Die 68-jährige Kauffrau und Psychologin aus Bad Oldesloe und ihr Mann Peter (70), von Beruf Elektromeister, haben das Anwesen für 610000 Euro gekauft und rechnen mit Investitionen von weiteren 2,5 Millionen Euro. Geplant sind barrierefreie Wohnungen zur Miete mit ambulantem Dienst vor Ort und Tagespflege.

 Sohn Stefan (43), gelernter Kaufmann, und Schwiegertochter Cindy (38), examinierte Pflegekraft und Betriebswirtin, sollen den „Wohnpark Grebin“ führen. „Wir wollen die riesengroßen Räume zu Wohnungen umbauen und mit 20 Einheiten anfangen“, erklärte Renate Jark, „bezahlbare Unterkunft für jedermann.“ Sie kennt sich aus in der Branche, hat selbst eine Pflegeeinrichtung in Reinfeld aufgebaut und 20 Jahre geleitet. Etwa 60 Einheiten zwischen 30 und 70 Quadratmeter sind geplant. Der Bauantrag ist noch nicht gestellt. Wohl ein Dreivierteljahr werde es dauern, einen Teil des 5000 Quadratmeter großen Hauses zu renovieren, schätzt Jark. Wenn das absehbar sei, werde man der Bundeswehr kündigen, da die Kündigungsfrist ein Jahr betrage. Wie berichtet, hat die Marineunteroffizierschule (MUS) Plön in einem Gebäudetrakt Soldaten einquartiert, weil Unterkünfte der Kaserne Ruhleben saniert wurden.

 „100 Betten mit Bettwäsche und Bezügen haben wir an das DRK für die Flüchtlinge verschenkt“, erzählte die neue Eigentümerin. Kinderbetten warteten noch darauf, abgeholt zu werden. Zwölf Jahre ist es her, dass das evangelische Müttergenesungswerk Pfalz mit seinem 1994 errichteten Mutter-Kind-Kurheim in die Insolvenz ging. Zurück blieb die komplette Einrichtung, die jetzt auf neue Besitzer wartet. Das Meiste ist aus Holz. Schränke, Kindermöbel, Babywippen, Wickelkommoden, ein Kaufmannsladen, Werkbänke, original verpackte Seidenmalfarben, Tische, Laubsägen, Stühle, Couchgarnituren, Massageliegen, Schreibtische, Sonnenbänke sowie Bettlaken und Handtücher „ohne Ende“, sagt Jark, „es muss alles raus.“ Die komplett eingerichtete Küche von 200 Quadratmetern will sie an einen Catering-Service vermieten, der auf Wunsch auch die Bewohner bekocht. Sich selbst bezeichnet Jark nur als Vermieterin. „Wenn der Laden läuft, werde ich mich zurückziehen.“

 Sie möchte die Räume im Haus so aufteilen, dass sechs Gruppen je einen Gemeinschaftsraum mit Küche zur Verfügung haben. Die Bewohner könnten gemeinsam kochen oder für sich sein. „Hier muss keiner einsam bleiben.“ Im Haus werde es einen Friseur, Physiotherapie und Fußpflege geben sowie einen Shuttledienst, der Bewohner zum Einkaufen bringt.

 Der Wandel im Gesundheitswesen mit schwindenden Belegungszahlen, die Veruntreuung von Geldern durch die Geschäftsführerin am Stammsitz in Neustadt an der Weinstraße und Starkregen, der die zweite Einrichtung des Werks in Selent verwüstete, trieb das Müttergenesungswerk 2002 in die Insolvenz. Ein Klinikbetreiber aus Bayern, der aus dem Gebäude in Grebin eine Rehaklinik machen wollte, stellte sich wenig später als überschuldet heraus.

 Wer an Einrichtungsgegenständen interessiert ist, erreicht die Familie Jark unter Tel. 04533/2099944 oder 0173/6058024 sowie per E-Mail an: renate.jark@gmx.de

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