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Ein Stück Baukultur gerettet

Henrici-Stift in Lütjenburg Ein Stück Baukultur gerettet

Nach Abschluss von Sanierung und Umbau können in das Gebäude des ehemaligen Henrici-Stifts nun die Mieter einziehen. Aus dem ehemaligen Armenhaus, dem der Abriss drohte, wurde ein Haus mit Seniorenwohnungen. „Auch totgesagte Häuser haben eine Chance auf ein längeres Leben“, sagt Architekt Erich Schneekloth.

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Begrüßt die erste Mieterin: Erich Schneekloth mit Helene Freundt.

Quelle: Thomas Christiansen

Lütjenburg. Namensschilder hängen noch nicht, aber Aufkleber „Werbung, nein Danke!“ sind schon an den Briefkästen vor dem Eingang. „Sechs hochwertige seniorengerechte Wohnungen“ zwischen 75 und 95 Quadratmetern verspricht das Bauschild. „Das ist auf eigene Rechnung entstanden. Ich habe so gebaut, als ob ich da selbst einziehen würde“, meinte Architekt Erich Schneekloth.

 Wie berichtet, wollte die Stadt zwar einen Abriss des historischen Gebäudes verhindern, hatte aber weder eine Idee für die Nutzung noch das Geld für eine Sanierung und verkaufte es schließlich mit der Auflage, es weitestgehend zu erhalten. Das ist Schneekloth, der rund eine Million Euro investierte, nun gelungen: „Ich habe ein Stück Lütjenburger Baukultur gerettet – das wäre sonst weg gewesen.“ Der Architekt bedauerte, dass das Haus nicht unter Denkmalschutz steht: „Ein Eintrag als einfaches Kulturdenkmal wäre für die Finanzierung hilfreich gewesen, andererseits hat es so vielleicht auch meine Nerven geschont.“

 Schneekloth erinnerte noch einmal an die Geschichte des Hauses, das 1874 als Armenhaus errichtet worden war. Später wurde es durch ein Krankenhaus ergänzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stiftung an die Stadt übertragen. Das Gebäude wurde lange als Altersheim und zuletzt als städtischer Kindergarten genutzt. Den besuchten in den 70er-Jahren auch die Kinder von Schneekloth.

 Bürgermeister Dirk Sohn und Bürgervorsteher Siegfried Klaus waren voll des Lobes für das Engagement von Schneekloth. „Das ist bis ins Detail super chic. Das ist keine normale Gebäudesanierung, das ist deutlich mehr“, sagte Klaus. Während der Feier wurde die bisher im Stadtarchiv verwahrte Gedenktafel enthüllt, die nun im Eingangsbereich hängt. Sie erinnert an Friederike Henrici, Witwe des Alt-Bürgermeisters Christian August Henrici (1822 bis 1834) und geborene Claudius.

 „Ich finde, er hat ein Traumhaus geschaffen“, meinte Helene Freundt. Die Hamburgerin, die vor 24 Jahren nach Gut Neudorf in Hohwacht und später nach Neustadt gezogen war, ist nun die erste Mieterin, die Ende September in das Gebäude am Fuße des Vogelbergs in Lütjenburg einzieht.

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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