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Preetzer Bahnhof droht der Einsturz

Bauarbeiten Preetzer Bahnhof droht der Einsturz

Bahnsteig gesperrt, Reisezentrum geschlossen, Fahrkartenautomat nicht erreichbar: Bauarbeiten im Keller des Bahnhofsgebäudes in Preetz haben weitreichende Auswirkungen. Die Stadt hat die Baustelle stillgelegt, die Bundespolizei ermittelt wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

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Gitter und rot-weißes Absperrband versperren den Zugang zum Bahnsteig am Gleis 1.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Die Mitarbeiter der Preetzer Stadtverwaltung rieben sich verwundert die Augen, als sie aus dem Fenster beobachteten, wie Schutt aus dem Bahnhofsgebäude auf der anderen Straßenseite transportiert wurde. Außerdem hätten sich Mitarbeiter der Bahn über den Baulärm im Gebäude beschwert, berichtete die Bundespolizei. Eine Überprüfung habe dann ergeben, dass der Besitzer Ausschachtungsarbeiten vorgenommen habe, ohne dass eine entsprechende Genehmigung vorgelegen habe, erklärte Bürgermeister Björn Demmin. Man habe deshalb die Arbeiten gestoppt und die Deutsche Bahn informiert. Das griechische Restaurant im Gebäude sei nicht betroffen, so Demmin.

Züge fahren nur noch über ein Gleis

Die Bundespolizei meldete am Donnerstag, dass sie wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Nach ihrer Mitteilung habe der Eigentümer eine Verbindung zwischen zwei Kellerräumen graben lassen. Dabei sei wohl die Wand zum Gleis 1 freigelegt worden. Bei der Überprüfung habe sich herausgestellt, dass das Mauerwerk der Wand nicht oder nicht mehr bis auf das Fundament des Kellerbodens reiche, sondern nur noch durch ein Sandgemisch in einer Höhe von rund einem Meter gestützt werde. „Hierdurch bestand die Gefahr, dass die Außenwand absackt und die daran befestigte Bahnsteigüberdachung in den Gleisbereich stürzt.“

Die Bundespolizei habe daraufhin bereits am Mittwoch die Sperrung von Gleis 1 angeordnet. Im Laufe des Nachmittags seien dann umfangreiche Abstützmaßnahmen vorgenommen worden. Der Bahnsteig bleibe vorerst gesperrt, die Züge könnten aber wieder über Gleis 1 fahren.

„Seit Mittwochmittag ist das Reisezentrum geschlossen“, teilte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis auf Nachfrage mit. Nach den Bauarbeiten im Keller sei der Bereich nicht mehr sicher. „Die Züge halten nicht mehr direkt vor dem Empfangsgebäude, sondern ein Stück davon entfernt“, sagte er. Wie lange diese Einschränkung dauern werde, könne er noch nicht sagen.

"Fahrkarte ohne Aufpreis im Zug"

Bahnkunden könnten den Fahrscheinautomaten unter dem Vordach nicht mehr nutzen. Die Gitter mit dem rot-weißen Flatterband versperren den Weg. „Reisende können eine Fahrkarte ohne Aufpreis im Zug lösen“, betont der Bahnsprecher. Ein Schild vor Ort weist außerdem auf den Automaten auf Gleis 2 hin. Dazu müssen die Fahrgäste allerdings die Treppen zur Unterführung hinunter und auf der anderen Seite wieder hinauf steigen. Am Donnerstag konnten die Bahnfahrer wenigstens den Sonnenschein genießen. Aber wenn das Wetter schlechter wird, sind sie schutzlos Regen und Wind ausgesetzt.

Nun müssten Sachverständige über das weitere Vorgehen entscheiden, so die Bahn. Der private Eigentümer des Bahnhofsgebäudes wollte sich zu dem Vorfall nicht weiter äußern. Dies sei eine Sache, die zwischen ihm und der Bahn geklärt werde, meinte er auf telefonische Nachfrage.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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