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Empörung über Knickpflege

Preetz Empörung über Knickpflege

Ausgefranste Schnittstellen, gespaltene Baumstämme: Die Knickpflege in der Postseefeldmark in Preetz sorgt für Empörung. Der Nabu befürchtet massive Schäden und hat den Vorgang am sogenannten „Stundenweg“ bei der Stadt Preetz angezeigt. Die wiederum hat das zuständige Kreisumweltamt informiert.

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Bei der Knickpflege in der Postseefeldmark in Preetz wurden Äste teilweise abgerissen und Stämme gespalten.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Immer wieder bleiben Spaziergänger stehen und blicken kopfschüttelnd auf den Knick. Auch Gerd Dreßler von den Grünen und Heinz Schwarze vom Nabu Preetz-Probstei reagierten mit Unverständnis auf die Aktion. „Auf einer Länge von 200 Metern ist eine Wallhecke entgegen jeglicher guten fachlichen Praxis derart auf den Stock gesetzt worden, dass die Busch- und Baumstümpfe schwere Schäden erlitten haben“, kritisiert Dreßler.

 Die Arbeit mit einer maschinellen Knickschere habe keine glatten Schnittflächen hinterlassen. „Die ausgefransten Stellen und tiefen Einrisse, die bei Feuchtigkeitsentzug zu Pilzbefall führen, können ein Absterben der Gehölze zur Folge haben“, so der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Kreistagsfraktion.

 Auch Heinz Schwarze vom Nabu befürchtet eine so massive Zerstörung der Stubben, dass ein Neuaustrieb nicht mehr möglich sei. „Dadurch ist der ökologische Wert so weit herabgesetzt, dass Nistmöglichkeiten für Vögel und Lebensraum für Nager und andere Tiere sehr stark reduziert werden“, meinte er. Eine Knickpflege, die ausschließlich auf ökonomischen Gewinn ausgerichtet sei, schade der Natur, erklärten beide in einer Pressemitteilung.

 Kreissprecher Hendrik Schwinghammer bestätigte auf Nachfrage, dass die Arbeiten nicht überall fachgerecht ausgeführt worden seien. Der Landwirt habe ein Lohnunternehmen mit der Pflege beauftragt, das einen Bagger mit Knickschere eingesetzt habe. Das sei grundsätzlich nicht verboten. „Die Schere muss aber scharf sein – es muss einen sauberen Schnitt geben“, so Schwinghammer. Empfindliche Gehölze sollten hoch genug und nur so viel Stämmlinge abgeschnitten werden, dass der Stubben nicht aufplatze und keine Abrisse entstünden.

 Ein Kollege vom Umweltamt sei inzwischen vor Ort gewesen und habe sich die Schäden angesehen. Der Landwirt werde nun zügig mit der Säge nachschneiden. Das Ergebnis werde wieder kontrolliert. „Wenn Bäume dauerhaft beschädigt sind, kann es zu einem Bußgeldverfahren kommen“, so Schwinghammer. In diesem Fall müsste auch eine Ersatzpflanzung vorgenommen werden. „So weit ist es aber noch nicht.“

 Knicks werden nach seiner Auskunft alle zehn bis 15 Jahre auf den Stock gesetzt, um eine möglichst große Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren zu erhalten.

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