20 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Endlich fit fürs Fahrradfahren

Schwentinental Endlich fit fürs Fahrradfahren

Viele Flüchtlinge bewegen sich zwar mit dem Fahrrad fort, kennen aber nicht alle deutschen Schilder und Regeln. Diese Lücke füllt nun die Verkehrswacht mit speziellen Kursen: In Schwentinental haben 36 Teilnehmer in zwei Gruppen Theorie gepaukt und praktisch auf einem eigens eingerichteten Platz geübt.

Voriger Artikel
Intakter Radweg wird saniert
Nächster Artikel
Schritt für Schritt zur Freizeitfläche

Rechts fahren, beim Abbiegen Signal geben: Ibrahim Hosman (links) und Elyas Roya machen es richtig.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. Rechts fahren, am Stoppschild anhalten, Handzeichen geben beim Abbiegen: Der 17-jährige Iraker Ibrahim Hosman macht das am Ende des Kurses ganz souverän. Auch Naweed Hidery (14) aus Afghanistan, hat es jetzt drauf. Für alle Teilnehmer gibt es anschließend Lob von Projektleiter Jens Heerwagen und Hans Willmer von der Kreisverkehrswacht: „Ihr habt euch wirklich bemüht.“ Ibrahim, Naweed und die anderen besuchen die DaZ-Klasse an der Albert-Schweitzer-Schule. Vor ihnen hatte bereits eine Gruppe Erwachsener den Kursus absolviert, der – verteilt auf zwei Tage – insgesamt acht Stunden dauert.

 Die Idee dazu hatte Ehrenamtskoordinatorin Giuliana Runge, als eine Dame Fahrradhelme für die jugendlichen Flüchtlinge spenden wollte. Als Runge dann von dem Projekt der Kreisverkehrswacht erfuhr, war der Plan perfekt. Denn während jüngere Kinder in der Grundschule Verkehrsregeln lernen und die Radfahrprüfung ablegen, gibt es für ältere keine Gelegenheit mehr.

 Damit die Jugendlichen und Erwachsenen überhaupt vor Ort in einem geschützten Raum Radfahren üben können, hatten Heerwagen und Willmer auf dem Bolzplatz an der Dorfstraße (Ortsteil Raisdorf) mit Kreide Straßen aufgemalt und Schilder aufgestellt. „Nutzt diesen Platz“, empfahl Heerwagen auch für die Zukunft jenen, die noch etwas unsicher sind. Die Schilder, die er nun zu allen Kursen im Kreis mitnimmt, haben Schüler des Technikzweigs des Berufsbildungszentrums Plön am Standort Preetz gefertigt. „Das passte ganz gut“, so Fachlehrer Daniel Meyer, denn zum einen steht Metallverarbeitung ohnehin auf dem Plan. Und auch in seiner Klasse hat er Flüchtlinge, die dabei gleich etwas lernen konnten. Bedruckt haben die Schilder die Preetzer Werkstätten.

 Dank der Spende und einem Preisnachlass bei einem Fahrradhändler im Ostseepark besitzen zumindest die 20 Jugendlichen nun eigene Fahrradhelme. Woran es noch fehlt, sind ausreichend verkehrstüchtige Fahrräder, denn der Vorrat der Stadt ist inzwischen geleert, zum Kursus musste Runge schon welche anmieten.

 „Erst haben alle gesagt: Wir können Rad fahren“, erinnert sich Schwentinentals Flüchtlingsbetreuer Ibrahim Zarrouk an die Erwachsenengruppe. Am Ende hätten aber doch alle festgestellt, wie wichtig die Regeln seien. Für zwei Mädchen aus der DaZ-Klasse war es dagegen das erste Mal auf dem Rad. Über ihren Erfolg freut sich Giuliana Runge besonders – und träumt nun von einer Fahrradfahrschule in Schwentinental.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3