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Gemeinsam zum Wärmenetz

Engelau Gemeinsam zum Wärmenetz

Der Bau eines Nahwärmenetzes rückt offensichtlich näher. Mittlerweile 20 Hausbesitzer in Engelau wollen sich nach Angaben des Projektbegleiters Gerrit van den Toren anschließen. Auf einer Info-Veranstaltung nannte er die Zahl von mindestens 32 Hausanschlüssen, die für das Projekt notwendig seien.

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Unter der Kuppel der Biogas-Anlage in Engelau verwandelt sich Mais in Methan, das später ein Minikraftwerk antreibt. Während der Strom ist Netz fließt, verpufft die Abwärme bisher nutzlos in der Atmosphäre.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Giekau. Der „Ofen“, der die Wärme in das Netz einspeisen soll, steht am Rande von Engelau. Die Biogasanlage von Landwirt Torsten Becker produziert zwar Strom, aber die Abwärme aus dem kleinen Kraftwerk verpufft bisher ungenutzt in der Atmosphäre. Das will er ändern und hat dafür verschiedene Modelle parat. Falls es mit dem Nahwärmenetz nicht klappt, werde er andere Wege gehen, die Energie zu nutzen. Welche, das wollte Becker in der Versammlung vor rund 60 Zuhörern allerdings noch nicht sagen. Klaus Thomsen, ein Vertreter der Firma Gottburg aus Leck, die 50 Nahwärmenetze in Schleswig-Holstein gebaut hat, hält Engelau für einen idealen Standort. Die Ortschaft sei „kompakt“, die Häuser stünden dicht an dicht. Die Leitungen müssten daher nicht über weite Strecken verlegt werden. Er stellte den Zuhörern auch ein Finanzierungskonzept vor. Demnach gründen alle Hausbesitzer, die sich anschließen wollen, ähnlich wie in Lebrade eine Genossenschaft. Jedes Mitglied zeichnet demnach für 1000 Euro einen Genossenschaftsanteil und gibt weitere 3000 Euro als einmaligen Zuschuss für die Baukosten dazu. Das restliche Geld finanziert eine Bank über einen Kredit. Über den Wärmepreis werden Zinsen und Tilgung abbezahlt.

 Am Preis entzündeten sich die meisten Kontroversen in der Diskussion. Friedhelm Onkes vom Genossenschaftsverband nannte aus seiner Erfahrung heraus zwar einen Richtwert von sieben bis neun Cent plus Mehrwertsteuer pro Kilowattstunde, die Bürger wollten es aber genauer wissen. Da niemand der Beteiligten aber bislang weiß, wie viele Haushalte überhaupt ans Netz gehen, gibt es auch keine endgültigen Kalkulationen.

 Giekaus Bürgermeister Manfred Koch, der selbst in Engelau wohnt, steht vor einem Problem, das auch andere Hausbesitzer trifft. Er verfügt gerade über einen neuen Heizkessel. Die Investition müsste er aber abschreiben, wenn er sich anschließt.

 Ein anderes Hemmnis ist der derzeit niedrige Ölpreis. Ein Bürger rechnete aus, dass ihm die Nahwärme teurer käme als die Kosten für seine jetzige Ölheizung. Das Argument der Projektpartner, zu der auch die Investitionsbank zählt: Wie lange aber wird das Öl noch billig sein?

 Amtsvorsteher Volker Schütte-Felsche sieht das Projekt in Engelau mit sehr viel Wohlwollen. Er ist auch Vorsitzender des Zweckverbandes Breitband, der 46 Gemeinden im Kreis mit schnellem Internet versorgen will. Beim Leitungsbau für das Nahwärmenetz sollte man unbedingt Leerrohre für Glasfaserkabel verlegen, riet er. Das spare für beide Seiten viel Geld und bedeute für Engelau einen relativ zügigen Breitbandausbau.

 Gerrit van den Toren ist zuversichtlich bei der Umsetzung des Projektes. Er rechnet fest damit, dass ein Berliner Investor, der eine Reihe von Immobilien in Engelau vermietet, sich zusätzlich zu den 20 Haushalten dem Nahwärmenetz anschließen wird. Dann hätte er die magische Zahl von 32 erreicht.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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