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Engpässe bei der Tafel

Schönberg Engpässe bei der Tafel

Immer mehr Menschen aus Schönberg und Umgebung kommen regelmäßig zur Schönberger Tafel. Doch die hat immer weniger Lebensmittel zu verteilen. Weil viele Betriebe ihre älteren Waren nicht mehr der Tafel spenden, sondern noch an Kunden verkaufen wollen, hofft die Tafel jetzt auf mehr private Spenden.

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Vorbereitung auf die Ausgabe: Susann Neumann (links) und weitere Helfer sortieren die gespendeten Lebensmittel.

Quelle: Thomas Christiansen

Schönberg. Doris Wendt fährt vor die Räume der Tafel. Im Kofferraum hat sie Waren von der Tankstelle in Höhndorf. „Die sind kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, die würden sonst weggeschmissen“, sagt Wendt. Helfer der Tafel holen die Packungen aus dem Auto. „Das ist äußerst selten geworden“, sagt Susann Neumann, Leiterin der Schönberger Tafel.

 „Heute haben wir mal Brot“, zeigt Neumann auf die bescheiden gefüllten Regale. Die beiden Fahrer der Tafel, Eckhardt Goy und Ingolf Kubischek, haben Nachschub von den Bäckereien aus Wisch und Barsbek gebracht. Doch auch das wird immer weniger, denn viele Bäckereien verkaufen ihre Ware vom Vortag inzwischen noch selbst im Laden. Supermärkte haben Kühlkisten mit Sonderangeboten aufgestellt, in denen sie Waren nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum günstig anbieten. „Das kriegen wir alles nicht mehr. Wir bekommen zum Beispiel kaum noch Wurst und Käse“, bedauert Neumann.

 „Wir sind davon abhängig, dass etwas gespendet wird“, erklärt Uwe Schabel aus Wisch, einer der ehrenamtlichen Helfer im Team. Einige „Stammkunden“ der Tafel kommen schon gar nicht mehr, weil sie gehört haben, hier gebe es doch nichts mehr. „Das ist absoluter Blödsinn“, betont Neumann. Es ist eben nur weniger geworden, seit einigen Monaten bereits, aber: „Wir sehen zu, dass wir das gerecht verteilen.“

 Während die Spendenbereitschaft abnimmt, wächst der Bedarf immer weiter. „Wir haben jede Woche neue Anmeldungen“, sagt Neumann. Durch die hohe Zahl von Flüchtlingen hat sich der Ansturm jetzt noch verschärft. Derzeit kommen jede Woche Menschen aus 80 bis 110 Haushalten, gut ein Drittel davon sind Flüchtlinge.

 Um ihnen etwas bieten zu können, hoffen die Helfer der Tafel auf mehr Spenden von Betrieben, aber vor allem auch von Privatpersonen. Es würde schon helfen, wenn zum Beispiel jemand mal 20 Tüten oder Packungen mit Nudeln bringen würde. Begehrt sind vor allem haltbare Lebensmittel, Konserven und Marmelade, aber auch Windeln für Babys. „Die Flüchtlinge fragen oft nach Öl und Naturjoghurt“, erklärt Neumann. Es ist auch meist kein Problem, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist: „Solange das verpackt ist, kann es gern gebracht werden“, sagt Neumann. Auch weitere Helfer braucht das Team, vor allem für die Ausgabe mittwochs. „Es muss ja nicht jede Woche sein, einmal im Monat würde auch helfen“, sagt Neumann.

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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