17 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Gemeinden in Not: Kassen sind leer

Erhöhung der Kita-Gebühren Gemeinden in Not: Kassen sind leer

In den vergangenen Monaten haben viele Gemeinden ihre Kita-Gebühren erhöht. Sozialministerin Kristin Alheit kritisierte dies jüngst und fürchtete, die Wirkung des Krippengelds werde verpuffen. Doch die Gemeinden handeln schlicht aus Finanznot – wegen der Kinder.

Voriger Artikel
Hoher Standard bei der Badesicherheit
Nächster Artikel
Sie arbeitet für die Kita-Gebühren

Die Kosten für die Betreuung in den Kindergärten steigen. Damit die Kommunen nicht darauf sitzen bleiben, erhöhen viele Gemeinden im Kreis Plön die Elternbeiträge.

Quelle: Nadine Schättler

Plön. „Wir haben eine große Kraftanstrengung unternommen, um die Betreuungsmöglichkeiten auszubauen“, sagt Holger Bajorat, Bürgermeister von Stolpe und Vorsitzender des Gemeindetags im Kreis Plön. Der Kita-Ausbau sei auch vom Land gefördert worden. Doch für den Betrieb reichten die Zuschüsse nicht aus. Alheit verweist darauf, dass das Land heute für Kinderbetreuung fast doppelt so viele Zuschüsse zahle wie 2012, 200 Millionen Euro, dazu ein 51-Million-Projekt zur Verbesserung der Fachkräftequote. „Für mich ist entscheidend: Was kommt bei uns an?“, sagt Bajorat. Die kinderreichen Gemeinden seien in einer prekären Lage.

Die Klagen darüber kommen von vielen Seiten: Bereits 2014 hatte sich Nettelsees Bürgermeisterin Anke Jahnke an den damaligen Innenminister Andreas Breitner gewandt, weil die Kosten für den Nachwuchs den Haushalt sprengten. Im Frühjahr schickten die „SPD-Rebellen“ aus dem Barkauer Land einen Brandbrief nach Kiel und drohten, Hilfe im Wahlkampf zu verweigern. Bürgermeister verschiedener politischer Couleur trafen sich in Dersau, um nach Lösungen zu suchen. Und erst vor vier Wochen trugen Stolper Gemeindevertreter vor Landtagsabgeordneten publikumswirksam die Gemeindefinanzen zu Grabe.

Eine Rücklage haben viele Gemeinden gar nicht mehr. 16 von 85 Kommunen im Kreis Plön können in diesem Jahr voraussichtlich nicht einmal ihre laufenden Kosten decken und mussten sich ihren Haushalt von der Kommunalaufsicht genehmigen lassen, darunter auch Schwentinental und Heikendorf. Fehlbedarfsgemeinden sind jedoch verpflichtet, alle Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Einnahmesituation auszuschöpfen, sonst droht ihnen die Kürzung der Zuschüsse von Land und Kreis. Dazu gehört die Erhöhung der Grundsteuer auf die Nivellierungssätze des Landes ebenso wie die nun beklagte Anhebung der Kita-Gebühren auf den Richtwert von 30 Prozent der Kosten.

Für Bajorat gibt es deshalb nur die Lösung: „In den Topf muss mehr rein – für U- und Ü3“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Events: Kreis Plön

Veranstaltungen im
Kreis Plön - Aktuelle
Termine, News, Infos

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Schönkirchner Mutter in Not
Bild: Für Annika Grote (37) aus Schönkirchen rechnet sich der Job an ihrem heimischen Arbeitsplatz durch die hohen Betreuungskosten ihrer Kinder kaum.

Bis vor Kurzem hatte Annika Grote (37) aus Schönkirchen noch einen gut bezahlten Job im Gesundheitsmanagement in Eutin. Doch während der Elternzeit mit ihrem zweiten Kind Mattis (acht Monate) wurde ihr klar: Das rechnet sich alles nicht. Und kündigte.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3