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Ermittlungen gegen Bundeswehr-Mitarbeiter

Weltkriegspanzer aus Heikendorf Ermittlungen gegen Bundeswehr-Mitarbeiter

Die Staatsanwaltschaft Kiel hat ihre Ermittlungen im Fall des beschlagnahmten Weltkriegspanzers aus Heikendorf ausgeweitet: Im Fokus steht nicht mehr allein der 78-jährige Sammler Klaus-Dieter F, sondern auch ein Bundeswehr-Mitarbeiter.

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Wegen des beschlagnahmten Weltkriegspanzers aus einer Heikendorfer Villa ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft nun auch gegen einen Mitarbeiter der Bundeswehr aus Trier.

Quelle: Frank Peter (Archiv)

Heikendorf/Kiel. Wegen des Verdachts zur Beihilfe zum Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz wird nun auch gegen einen zivilen Beschäftigten der Bundeswehr in Trier ermittelt.

Kiels Oberstaatsanwältin Birgit Heß bestätigte am Donnerstag, dass dieses Verfahren bereits seit mehreren Wochen geführt werde. Einzelheiten zum Stand der Ermittlungen konnte sie aber noch nicht nennen.

Im Sommer war bekanntgeworden, dass Experten des Wehrtechnischen Dienstes 41 aus Trier dem Heikendorfer Panzerbesitzer zwischen 2011 und 2014 bei der Instandsetzung des Motors geholfen hatten. Dieser wurde zunächst ausgebaut, zu einer Fachfirma transportiert und dort repariert. Nach einem erfolgreichen Prüflauf wurde das Aggregat im März 2014 wieder eingebaut. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums im Juli sei dieses Vorgehen rechtlich nicht zu beanstanden, zumal das Gerät „demilitarisiert“ gewesen sei. Die Kieler Staatsanwaltschaft war zu einer anderen Bewertung gekommen. „Es konnte bei wesentlichen Teilen keine Demilitarisierung entsprechend vorgegebener Richtlinien festgestellt werden“, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß. „Die Waffen sind funktionsfähig.“ Zudem hätten keine ordnungsgemäßen Bescheinigungen zum Besitz vorgelegen.

Anfang Juli hatte die Staatsanwaltschaft den Panzer vom Typ Panther mit Unterstützung durch die Bundeswehr beschlagnahmen lassen. Damals hatten knapp 20 Soldaten den Panzer mit Hilfe von zwei Bergepanzern aus dem Keller des Hauses geborgen. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Gegen den Sammler wird wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Kriegswaffen-Kontrollgesetz ermittelt. Ein Gutachten der Staatsanwaltschaft kam zu dem Schluss, dass der „Panther“, ein ebenfalls sichergestelltes 8,8-Zentimeter-Flakgeschütz und ein Torpedo Kriegswaffen im Sinne der Kriegswaffenliste sind.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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