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Erster Schultag für zwei Axolotl

Eutin Erster Schultag für zwei Axolotl

Die zehn Mädchen und 14 Jungen der Klasse 4k der Gustav-Peters-Schule in Eutin haben neue Klassenkameraden: Zwei Axolotl, die gestern von zwei Mitarbeiterinnen des Sealife-Centers Timmendorfer Strand in Eutin „eingeschult“ wurden.

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Lisa Broockmann, Biologin des Sealife-Centers Timmendorfer Strand, übergab die kleinen Axolotls nur mit einer ganz genauen „Gebrauchsanweisung“ für die Pflege der neuen Klassenkameraden der Gustav-Peters-Schüler.

Quelle: Peter Thoms

Eutin. Nun ist den Schülern der Außenstelle der Gustav-Peters-Schule am See das Leben in Gewässern nicht fremd: Keschern und das Bestimmen der gefangenen Tiere von Wasserläufer über Geldrandkäferlarven und Kaulquappen bis hin zu Kamm- oder Teichmolchen gehören da in dieser Jahreszeit fast schon zum Schulalltag, aber zwei exotische mexikanische Höhlenbewohner hat man ja nicht alle Tage zu Gast.

 Der zweiwöchige Aufenthalt der beiden Schwanzlurche ist der Gewinn eines Wettbewerbes, den das Sealife-Center ausgeschrieben hatte. Beworben hatten sich die Kinder mit einem selbstgebauten Papp-Aquarium voller „Socken-Axolotl“ – ein selbstgemaltes Bild reiche da schon lange nicht mehr aus, um einen Preis zu gewinnen, weiß Barbara Kleinmann, Lehrerin für Heimat-, Welt und Sachkundeunterricht, im Schuljargon HWSU genannt.

 „Wir haben uns jedes Jahr beworben, beim vierten Mal hat’s nun geklappt“, freut sich Barbara Kleinmann mit ihrer 4k – übrigens eine richtige Glücksklasse: „Wir hatten auch schon mal einen Besuch der THW-Handballer gewonnen.“ Auch der Sieg erst im vierten Anlauf ist echtes Glück, möchte man meinen: In den vergangenen drei Jahren gab es als Preise „nur“ Haifischeier, aus denen mit Glück ein Haifischbaby schlüpfte. Nun also die deutlich lebendigeren Axolotl, die – obwohl schon ein halbes Jahr alt – gerade einmal vier bis fünf Zentimeter lang sind.

 Mit dem Beobachten der flinken Schwimmer ist es nicht getan: Wasserqualität und -temperatur müssen täglich geprüft werden, um den ursprünglich aus Mexiko stammenden Höhlenbewohnern ideale Lebensbedingungen zu präsentieren. Die Messergebnisse werden täglich nach Timmendorfer Strand gefaxt, damit die Fachleute rechtzeitig eingreifen können, falls die Schüler ihre Pflichten vernachlässigen sollten. Außerdem müssen die Tiere zweimal am Tag mit Trockenfutter versorgt werden, wobei Lisa Broockmann, Biologin des Sealife-Centers inständig davor warnte, zu viel Futter ins Wasser zu werfen: Wenn ein Axolotl satt sei, lasse er das Futter links liegen, was der Wasserqualität nicht zuträglich sei.

 Die Biologin bedauerte, dass man bei den beiden erst sechs Monate alten Tieren noch nicht sagen könne, ob es sich um Männchen oder Weibchen handele. Das stelle sich bei den Lurchen, die 30 Jahre alt werden können, erst viel später heraus. Da aber jeder Klassenkamerad einen Namen hat, gehen die Kinder von einem Männchen und einem Weibchen aus. Im Vorfeld hatten sich die Kinder schon Namen überlegt, von denen zumindest ein Namensgeber so exotisch ist wie sein Namensträger: Griezmann, benannt nach einem französischen Fußballspieler, ist der Schwimmkamerad von Lucy.

 Lucy und Griezmann sind in den letzten Tagen vor den Sommerferien die Hauptdarsteller im HWS-Unterricht (wobei auch an Wochenenden immer mal jemand nach dem Rechten sehen muss) und werden mit den Schülern in die Ferien gehen. Die beiden Molche kommen in zwei Wochen wieder zurück ins Sealife-Center, wo sie zwar weiterhin neugierigen Blicken ausgesetzt sein, aber ihre Namen wohl wieder in Vergessenheit geraten werden.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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