16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
F-Plan-Entwurf für Schwentinental

500 neue Wohneinheiten F-Plan-Entwurf für Schwentinental

Die Ortsteile von Schwentinental sollen in der Mitte zusammenwachsen. Der Entwurf des Flächennutzungsplans, der am Dienstagabend vorgestellt wurde, sieht dort rund 500 neue Wohneinheiten vor. Ein Antrag, auch den Klausdorfer Reitplatz zu bebauen, wurde abgelehnt.

Voriger Artikel
Ein Abriss steht nicht zur Debatte
Nächster Artikel
Spende für syrisches Hilfsprojekt

Der Ostseepark bleibt im F-Plan-Entwurf für Schwentinental ausgespart.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. Vor der Kulisse von Bauausschuss, Umweltausschuss und zahlreichen Zuhörern stellten die Planer Guntram Blank und Oliver Kühle den aktuellen Entwurf vor. Neu daran war vor allem die Entwicklung für den sogenannten „zentralen Bereich“ um Preetzer Chaussee und Ritzebeker Weg: Dort sind sowohl Einfamilienhaus-Siedlungen als auch Geschosswohnungsbau geplant, dazu kommen Mischgebiete und neues Gewerbe direkt an der B76. Beschränkt werden die Möglichkeiten dort durch die Lärmbelastung, die von den Straßen und dem bereits vorhandenen Gewerbe ausgeht.

 Die Grundzüge waren bereits in Arbeitskreis-Sitzungen unter den Fraktionen abgestimmt worden. Für heiße Diskussionen sorgte jedoch ein Änderungsantrag der SWG: Sie wollte zum einen den Klausdorfer Reitplatz zum Baugebiet machen. Die Fläche schließe sich nahtlos an die bisherige Bebauung an, so Gerhard Slomian. Alle Infrastruktur sei vorhanden, es gebe auch keinen Konflikt mit dem Landschaftsschutz. Ersatz für den Reitplatz könne nebenan oder am Paradiesweg ausgewiesen werden. Zustimmung für diese Idee kam von den Grünen: „Das ist ein Gebiet, das sich städtebaulich absolut anbietet“, so Andreas Müller. Das sah Volker Sindt (SPD) ganz anders: Die jetzige Ortseinfahrt nach Klausdorf mit dem Reitplatz biete ein „positiv-sympathisches Bild“. Uwe Janz (CDU) hob die Bedeutung des Pfingstturniers hervor, das jedes Jahr auf dem Platz stattfindet. Darüber hinaus „dürfen alle Pferdehalter diesen Platz nutzen“. Die vorgeschlagenen Ersatzflächen seien ungeeignet. Für Uwe Bartscher (SWG) sprach aus seinem Beitrag allerdings die Lobby der Reiter, denn Janz ist Vorsitzender des Reitvereins Klausdorf/Schwentine. Der Antrag wurde im Bauausschuss aber mehrheitlich (drei Ja-, sechs Nein-Stimmen) abgelehnt.

 Noch weniger Zustimmung fand der zweite Änderungsantrag der SWG, der die Raisdorfer Kleingartenfläche als Reserve für Schul- und Kita-Erweiterungen sowie für Wohnen vorsah. Ersatz dafür sollte hinter der Uttoxeterhalle geschaffen werden. „Wie wollen Sie denn da die Gartenlauben aufstellen – auf Pfählen?“, fragte Peter Köhler (SPD) angesichts des bekannt morastigen Untergrunds. Auch der erst kurzfristig gestellte Antrag der Grünen, die Wohnbauflächen nördlich des Ritzebeker Wegs zu verkleinern, setzte sich nicht durch. Die Flächen dort seien bereits erheblich reduziert worden. Die geplanten Grenzen orientierten sich an der vorhandenen Siedlungsstruktur, erklärte Kühle, und dem folgte auch der Bauausschuss. Im Umweltausschuss fielen die Entscheidungen ähnlich. Parallel ist auch der Landschaftsplan in Arbeit.

 Wozu überhaupt ein neuer Flächennutzungsplan? In dem Entwurf werden erstmals Ideen für das Zusammenwachsen der 2008 zur Stadt fusionierten Gemeinden Raisdorf und Klausdorf entwickelt, die für einen Zeitraum bis zu 30 Jahren gelten sollen. Der „zentrale Bereich“ befindet sich an der Schnittstelle der früheren Gemeindegrenzen. Die Stadt hat dort sogar Grund erworben und einen Bebauungsplan angeschoben.

 Wie groß die Nachfrage nach Wohnraum in Schwentinental tatsächlich sein wird, beantworten Gutachten unterschiedlich. Man habe sich für den „Mittelweg“ entschieden, erklärt Planer Oliver Kühle. Denn die jüngste Untersuchung prognostiziert zwar langfristig einen Bevölkerungsrückgang im Kreis Plön. Schwentinental profitiere jedoch von der Nähe zu Kiel, deshalb werde auch in Zukunft eine größere Nachfrage erwartet. Gleichzeitig werden auch neue Möglichkeiten für Gewerbeansiedlung geschaffen. Ausgespart bleibt dabei der Ostseepark: Bekanntermaßen geht Schwentinental bei diesem Thema nicht konform mit der Landesplanung, über die Entwicklung muss das Verwaltungsgericht in Schleswig entscheiden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3