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Beim ABC-Einsatz ist Teamgeist Trumpf

FTZ in Preetz Beim ABC-Einsatz ist Teamgeist Trumpf

Vor einem Jahr wurde die Feuerwehrtechnische Zentrale des Kreises Plön in Preetz eingeweiht. Seitdem herrscht am Dänenkamp reger Betrieb zur Aus- und Fortbildung sowie zur Wartung und Pflege des Materials. In einer Serie werden verschiedene Bereiche vorgestellt. Heute: ABC-Lehrgang.

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Wie zwei grüne Marsmännchen sehen die Feuerwehrleute in ihren Schutzanzügen aus, die nicht nur Sicht, Kommunikation und Beweglichkeit einschränken, sondern auch klimatisch belastend sind. An einem Kesselwagen sollen sie anhand der Kennzeichnung herausfinden, welche chemischen Stoffe darin gelagert sind und welche Gefahr - etwa bei einem Leck oder nach einem Unfall - von ihnen ausgehen könnten.

Quelle: Anne Gothsch

Preetz. Wie zwei grüne Marsmännchen nähern sich die ersten beiden Feuerwehrmänner dem Übungsturm auf dem Außengelände. Was für Außenstehende einer Szenerie aus einem Science Fiction-Film ähnelt, bedeutet für die 17 Kursteilnehmer eine enorme körperliche Belastung. Denn in ihren Chemikalienschutzanzügen samt Atemschutzgerät, Druckluftflasche, weiterem Zubehör, Helm, Stiefel und Handschuhe tragen sie zwischen 40 und 50 Kilo zusätzliches Gewicht mit sich herum.

Jeder muss dem anderen helfen

Für die schlanke Gina Schönpflug aus Selent, die einzige Frau bei diesem Lehrgang, ist das fast das Doppelte an Gewicht. Doch die 26-Jährige kann was ab. Sie ist die erste und bisher einzige Atemschutzgeräteträgerin bei der Freiwilligen Feuerwehr Selent und gehört seit einem Jahr zum Löschzug Gefahrgut des Kreises Plön (LZG). „Mich hat diese Spezialaufgabe einfach gereizt und ich finde es spannend, was wir hier alles dazulernen“, sagt die junge Frau. „Es ist wichtig, das korrekte Anlegen und Anziehen der kompletten Schutzausrüstung immer wieder zu trainieren“, meint Thorsten Rönnau, Vize-Chef der Kreisfachausbildung. Und schnell wird klar: Jeder muss dem anderen helfen.

„Bei diesem Kursus zum ABC-Einsatz konzentrieren wir uns auf chemische Stoffe, denn Unfälle mit Chemikalien auf Straße oder Schiene, in Lagerhallen oder Betrieben gelten hier als realistische Szenarien“, so Ausbilder Ulrich Klask. Im theoretischen Teil haben sich die Teilnehmer bereits mit den Gefahrklassen sowie der Kennzeichnung gefährlicher Stoffe und Güter befasst, ebenso mit den Möglichkeiten, anhand der Kennzeichnung weitere Informationen über die jeweilige Zusammensetzung und den Grad der Gefährdung herauszufinden. Zudem gehörten allgemeine Maßnahmen und die Einsatztaktik zum Programm. 

Eingeschränkte Sicht

Als schließlich alle in ihren Schutzanzügen stecken, geht es jeweils im Zweier-Team, „das ist absolute Pflicht“, so Volker Dührkoop, auf den Übungsturm. „Das Treppensteigen dient nur dazu, sich unter Belastung an die Ausrüstung zu gewöhnen und auch mit den eingeschränkten Sichtverhältnissen sowie der Wärme darin klarzukommen“, sagt der Ausbilder.

Gefährliche Stoffe auffangen

Im zweiten Teil der Ausbildung geht es in der Theorie um Grundlagen und -regeln des Strahlenschutzes, um Arten von Strahlung und ihre Wirkung. Bei den praktischen Übungen stehen die Handhabung von Messgeräten, aber vor allem handwerkliche Fähigkeiten im Mittelpunkt. „Die Feuerwehrkräfte sollen lernen, wie sie am schnellsten und sichersten eine Rohrleitung abdichten können, damit etwa Chemikalien nicht länger in den Boden und damit ins Grundwasser eindringen können“, beschreibt Volker Dührkoop die Aufgabe. Auch verschiedene Auffangmöglichkeiten von gefährlichen Stoffen oder das Abdichten eines Lecks im Kesselwagen werden geübt, ebenso wie das Umpumpen von Flüssigkeiten mittels einer Spezialpumpe.

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