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Fachkräfte treten Dienst an

Flüchtlinge auf Schloss Salzau Fachkräfte treten Dienst an

Innerhalb weniger Tage hatte der DRK-Kreisverband Plöner Land im September die Betreuung für Flüchtlinge auf Schloss Salzau auf die Beine gestellt – mit mehr als 50 ehrenamtlichen Helfern. Nun werden diese entlastet: Zehn hauptamtliche Kräfte traten dort ihren Dienst an.

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Über den Einsatz von zehn hauptamtlichen Mitarbeitern auf Schloss Salzau durch das DRK freuen sich auch Amtsvorsteherin Ulrike Raabe (hinten links) und die Bürgermeister Sönke Voß (Fargau-Pratjau) und Antje Josten (Selent)

Quelle: Andrea Seliger

Fargau-Pratjau. „Very ice“, scherzt ein junger Flüchtling, der bei sieben Grad unter Null vom Nebengebäude zum Haupthaus hastet – bloß schnell ins Warme. Ruhig ist es im Schloss, aktuell leben dort 70 Asylsuchende, 320 könnten unterkommen in der Einrichtung, die als Entlastung für die Kieler Erstaufnahmestelle gedacht war. Christian Pagel, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes, rechnet aber damit, dass es im Frühjahr wieder mehr werden. Mit den professionellen Kräften unter der Leitung von Heinrich Feilhauer werde die Betreuung nach den Vorgaben des Landes gesichert.

 Bei der offiziellen Vorstellung der neuen Teams lobt Amtsvorsteherin Ulrike Raabe auch die Arbeit der Ehrenamtler: „Es hat hervorragend geklappt.“ Größere Probleme habe es nicht gegeben. Wie Pagel berichtet, waren rund 50 freiwillige Helfer notwendig, um den Alltag aufrecht zu erhalten. „Diese erfahren jetzt eine unmittelbare Entlastung. Viele haben ganz viel Arbeitszeit investiert“, sagt er im Rückblick.

 Zum Team gehören Menschen aus verschiedensten Berufen, die Lebenshilfe leisten sollen. Aber auch Spezialisten wie Iryna Peters, die bei den Anträgen berät und den Kontakt zum Sozialamt in Selent halten soll. Oder Pädagoginnen wie Tamy Tschirck und Barbara Lammert, die auch auf traumatisierte Menschen vorbereitet sind. Pagel freut sich, dass viele direkt aus der Region kommen.

 Praktische Hilfe hatten auch viele geleistet, die selber erst vor wenigen Jahren nach Deutschland gekommen sind. „Sie haben gesagt: Wir haben etwas vom Staat bekommen und möchten jetzt etwas zurückgeben“, berichtet der DRK-Kreisvorsitzende über ehemalige Flüchtlinge, die jetzt bereitstünden, wenn wieder Busse auf den Hof rollen. Sie könnten die Neuen in ihrer Landessprache empfangen und Auskunft geben – das bringe gleich Ruhe in die Situation. Auf diese Unterstützung könne er sich auch weiter verlassen.

 Und auch in anderen Bereichen werden weiter Ehrenamtliche gebraucht – beispielsweise für die Kleiderkammer: „Täglich kommen Spenden, die sortiert werden müssen, und es wird täglich Kleidung ausgegeben.“ Auch der Sprachunterricht wird in Salzau ehrenamtlich gegeben.

 Mit dem Essen hat das DRK-Team nur bedingt zu tun: Es kommt von einer Catering-Firma geliefert. „Aber wenn es den Leuten nicht schmeckt, kommen sie zu uns“, berichtet Pagel. Außerdem müsse die Küche wissen, für wen gekocht wird – ob Schweinefleisch verwendet werden darf oder nicht.

 „Salzau ist nur ein Zwischenschritt – ein guter Ort, wo die Flüchtlinge erst einmal zur Ruhe kommen können“, sagt Ulrike Raabe. Doch danach komme die nächste Herausforderung: Die Integration in den Gemeinden.

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