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Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge Raumsuche auf vollen Touren

Die ehemalige Kita Krambamboli auf dem Gelände des alten Schönberger Bauhofs ist seit einigen Monaten wieder mit Leben erfüllt. Flüchtlinge und Betreuer treffen sich dort regelmäßig, um Fahrräder aufzuarbeiten, auszugeben und zu reparieren. Doch am 7. September ist Schluss.

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Die Fahrradwerkstatt im ehemaligen Kindergarten Krambamboli ist ein fester Treffpunkt für Flüchtlinge aller Altersgruppen. Doch Anfang September ist dort Schluss, das Haus wird abgerissen.

Quelle: Astrid Schmidt

Schönberg. Dann soll das Gebäude einem Neubauvorhaben der Gemeinde weichen.

Dienstags und donnerstags kommen die Männer und Kinder aus Syrien, Eritrea, Albanien, Afghanistan, die nun in Schönberg und der Umgebung leben, zwischen 14 und 17 Uhr in der Fahrradwerkstatt zusammen. Dort geben Ehrenamtler wie Roger Schwenk und Hans Nissen-Andersen Anleitungen für die Reparatur des eigenen Fahrrads oder sie reparieren die Räder, die von Bürgern gespendet werden, um sie dann an Flüchtlinge auszugeben. Bisher habe man mindestens 130 Räder aufgearbeitet, die doppelte Anzahl werde repariert, erzählt Schwenk. Der Bedarf habe sich vor dem Hintergrund sinkender Flüchtlingszahlen gewandelt. Während viele Flüchtlinge bereits versorgt seien, komme es nun darauf an, sie zu befähigen, ihre eigenen Räder instand zu setzen, so Schwenk. So gehen Fissun Adoumer und Hussien Yassien bei ihm in die „Lehre“, wechseln Schläuche und Mäntel. „Kniffliger wird es dann schon mit der Gangschaltung“, weiß Nissen-Andersen. Auch Jonas Teklu und Amin Okbaab sind seit einigen Monaten in Schönberg per Drahtesel unterwegs und gern in der Fahrradwerkstatt.

Für Henner Meckel, den Schönberger Flüchtlingskoordinator, ist diese Fahrradwerkstatt ein Stück gelebte Integration. Es gebe eine Beschäftigung, Kontakte zwischen Alt- und Neueinwohnern und gleichzeitig Sprachpraxis. Leider, so bedauerte Meckel, habe sich der Lions Club Wagrien aus seiner bisher gewährten Hilfe komplett zurückgezogen. So sei das Helfernetzwerk nun bei der Ersatzteilbeschaffung auf sich gestellt. „Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir dies aus dem Spendenaufkommen des Netzwerks kompensieren können.“

Bisher sind alle Bemühungen um neue Räumlichkeiten gescheitert. Gebraucht werden etwa 50 bis 100 Quadratmeter, um die Werkstatt fortführen zu können. „Plan B“ sei ein Raum von etwa sechs Quadratmetern, in dem etwa 40 Räder, Material und Werkzeug wenigstens zeitweise untergebracht werden können, erklärte Meckel.

Angebote, auch als Übergangslösung, können an den Flüchtlingskoordinator gerichtet werden (Tel. 04344/414969, E-Mail: henner.meckel@t-online.de).

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