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Knoten-Ole zeigt, wie’s geht

Fancywork Knoten-Ole zeigt, wie’s geht

Knoten an falscher Stelle sind ärgerlich. Seemannsknoten können Leben retten. Und manche Knoten sehen einfach nur gut aus: Fancywork nennt sich die kreative Handarbeit, die Olaf Fischer alias Knoten-Ole am Freitagabend auf dem Heikendorfer Feuerschiff vorstellte.

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Erst den Nippel durch die Lasche ziehen: Olaf Fischer alias Knoten-Ole erklärt seinen Gästen auf dem Heikendorfer Feuerschiff, wie man einen Sternenknoten anfertigt.

Quelle: Nadine Schättler

Heikendorf. Der Wind peitscht den Regen über die Mole im Möltenorter Hafen, im maritimen Salon des Feuerschiffs ist davon nicht viel zu merken. Zwei urige Schiffslampen baumeln gemütlich über den langen Holztischen, an denen sich zehn Neugierige um einen bärtigen Mann mit Berliner Dialekt versammelt haben: Knoten-Ole. Auf den Tischen: dünne und dickere Seile aus Manila-Hanf oder Sisal, Papieranleitungen, Nadeln, Tee, Bier und Wein. Die Einleitung ist kurz: „Kindern zeigt man es oft nur einmal, und schon geht es los. Andere kapieren es gar nicht“, erklärt Knoten-Ole knapp, während er in seine Arbeitshandschuhe schlüpft. So ein Hanfseil kann beim Verknoten schon mal Schmerzen verursachen.

 Sein wichtigster Tipp: „Geduld und Spucke“. Das haben besonders die Frauen nicht mitgebracht. Bei der ersten Herausforderung, einem Sternenknoten, verzweifeln sie nach wenigen Minuten. „Ich kann’s nicht“, hört man aus einer Ecke. „Ich bin verloren“, aus der anderen. Die Männer halten länger durch, aber nach einer guten halben Stunde sind sich alle einig: „Gibt es auch etwas für Anfänger?“

 Knoten-Ole holt die Papieranleitungen fürs sogenannte Flach-Platting hervor, das man unter anderem für Topf-Untersetzer oder einen Mini-Teppich verwenden kann. Damit ist auch Lehrer Michael Pschichholz aus Friedrichsort zufrieden und entspannt sich bei der Arbeit. „Meine Idee war es, simple kreative Knoten zu lernen, die ich als Anregung mit in den Schulunterricht nehmen kann.“ Während die Nadel beim Verknoten allmählich den richtigen Weg einschlägt, genießt er die Geselligkeit unter Deck des Feuerschiffs.

 Längst sind nicht mehr alle konzentriert dabei: Von fünf Frauen sitzen vier in einer Ecke und quatschen – ohne Knoten. „Ich wusste, dass das nicht mein Ding ist“, erklärt Wiltrud Bechem. Ehemann Rainer behauptet hingegen, er könne den Seemannsknoten Palstek blind hinter seinem Rücken binden. Es gelingt dem Vorsitzenden des Heikendorfer Yacht Clubs an diesem Abend nicht. Stattdessen freut er sich über die gute Zusammenarbeit mit dem Museumshafen Kiel. In Kooperation beider Vereine entstehen Abende wie dieser. „Der Museumshafen hat kein eigenes Vereinsheim. Wir stellen die Räumlichkeiten und bereichern so unser Winterprogramm, nicht nur für Mitglieder“, erklärt er.

 Eine Win-Win-Situation, von der an diesem Abend ganz besonders die Knotenmacher profitieren, die mit Biss bei der Sache sind. Jürgen Patzke vom Heikendorfer Yacht Club etwa: „Ich habe schon als Jugendlicher Zierknoten gelernt und dabei Geschichten von der Seefahrt gehört.“ Aber echtes Seemannsgarn findet sich an diesem Abend allenfalls auf den Tischen. Die meisten Seile bleiben bis zum Ende unverknotet.

 Wer Zierknoten lernen möchte, kann Knoten-Ole auch zu sich nach Hause einladen. Ob Kindergeburtstage oder kreative Handarbeitsrunden, der ehemalige Seefahrer macht mit seinem Equipment in fast jedem Hafen fest. Weitere Infos unter www.knotenole.de

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