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Fassungslos nach Feuer

Preetz Fassungslos nach Feuer

Sie standen am Montag noch immer fassungslos im Garten und blickten auf die nackten Dachsparren, die in den blauen Himmel ragen. Am Donnerstag haben die beiden jungen Familien und eine ältere Bewohnerin ihr Zuhause verloren. Der Dachstuhl des Hauses in der Wakendorfer Straße brannte komplett nieder.

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Sebastian und Stephanie Reimer (von links) sowie Vermieter Michael Bock, Nicole Schlüter, Ute Legband und Christian Rausch mit dem kleinen Sohn sind immer noch geschockt.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Ein Dachdecker stand plötzlich vor ihrer Wohnungstür und schrie sie an: „Sieh zu, dass du mit dem Lütten aus der Wohnung kommst.“ Die schwangere Nicole Schlüter schnappte sich ihren eineinhalbjährigen Sohn und rannte hinaus. Da schlugen schon die Flammen aus dem Dach, erzählt sie. Die anderen waren nicht zu Hause: Ihre Mutter Ute Legband saß in einer Bäckerei, die Männer waren bei der Arbeit. Und Stephanie Reimer war mit dem vierjährigen Sohn einkaufen, als ihr Handy klingelte. „Ich habe sofort alles stehen und liegen gelassen.“

 Das um 1800 gebaute Haus hatte Michael Bock, der nebenan wohnt, vor drei Jahren gekauft. Gut 40000 Euro hat er in den vergangenen Wochen investiert. Der Dachstuhl wurde erneuert. „Früher war es ein Reetdachhaus, da standen die Sparren weiter auseinander“, meint er. Eine Gaube wurde verlängert und elektrische Leitungen von außen nach innen verlegt. Zum Schluss wurde das Dach neu gedeckt. „Wir waren mit den Arbeiten so gut wie fertig.“

 Das Feuer sei wohl in einem isolierten Zwischenraum ausgebrochen, mutmaßt Bock. Nun überlegt er, wie es weitergeht – ob man das Haus wieder aufbauen kann oder ob es komplett abgerissen werden muss. Denn nicht nur der Dachstuhl sei zerstört: Auch die Holzdecken seien für die Löscharbeiten aufgerissen worden. Das Erdgeschoss sei durch das Löschwasser klitschnass. „Das trocknet über den Winter doch gar nicht.“

 Michael Bock lobt den Preetzer Bürgermeister Björn Demmin. „Hut ab“, meint er, „der war sofort da und hat Hilfe angeboten.“ Familie Reimer ist vorerst beim Bruder untergekommen, Christian Rausch und Nicole Schlüter wohnen mit ihrem Sohn in einem Hotel in Malente. Er ist dort im Zweitjob auf 450-Euro-Basis als Hausmeister und Gärtner tätig. „Sie haben sofort das Zimmer angeboten“, freut sich Rausch. Und als er darauf hingewiesen habe, dass er noch nicht wisse, ob die Versicherung zahle, hieß es nur: „Egal.“

 Aus dem Haus konnten sie so gut wie gar nichts retten. Nur Christian Rausch durfte noch schnell mit der Feuerwehr in die Wohnung – „der Brandherd war ja auf der anderen Seite des Hauses“ – und konnte Kleidung für seinen Sohn herausholen. Über soziale Netzwerke gab es bereits Spendenaufrufe. Von Freunden und Verwandten erhielten sie Kleidung und Windeln, für alles Weitere haben sie keinen Lagerplatz. Das Wichtigste sei deshalb für sie, neue Wohnungen zu finden. Und dann hoffen sie, zur Ruhe zu kommen. „Ich habe immer noch den Brandgeruch in der Nase“, sagt Sebastian Reimer leise.

 Wer eine Wohnung für die Familien hat, kann sich bei Sebastian Reimer unter Tel. 0170/6811479 und Christian Rausch unter Tel. 01522/1882056 melden.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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Foto: In der Wakendorfer Straße in Preetz brannte der Dachstuhl eines gerade neu eingedeckten Hauses.

Sirenenalarm in Preetz: Donnerstagnachmittag musste die freiwillige Feuerwehr in die Wakendorfer Straße ausrücken. Dort brannte der Dachstuhl eines Hauses. Brandursache und Schadenshöhe waren noch nicht bekannt. Menschen wurden nicht verletzt. Eine junge Familie verlor ihr Zuhause.

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