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Ferienwohnungen bald wieder legal

Hohwacht Ferienwohnungen bald wieder legal

Bis der Hohwachter Bürgermeister Matthias Potrafky zufrieden ist, kann es manchmal dauern. Nun bringt ihn ein Gesetzentwurf in Berlin in Hochstimmung. Der Bund will Ferienwohnungen in Wohngebieten zulassen. Urlaubsorte wie Hohwacht wären damit ein Riesenproblem los.

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Aufatmen bei Bürgermeister Matthias Potrafky. Eine Gesetzesnovelle verspricht, Ferienwohnungen rechtlich abzusichern.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Hohwacht. Etwa 400 Ferienwohnungen zählt Potrafky in seiner Ostseegemeinde, wo einzig und allein der Tourismus Geld in die Kasse spült. Bis 2013 lebten die alteingesessenen Hohwachter und ihre Feriengäste friedlich neben- und miteinander. Dann fegte ein Gerichtsurteil in Mecklenburg-Vorpommern die alte Ordnung dahin. Der Tenor des Richterspruchs: Ferienwohnungen sind in Wohngebieten nicht erlaubt. Damit waren auf einen Schlag die allermeisten Unterkünfte in Hohwacht illegal. Hätten die Dauerwohner ihre Nachbarn mit Ferienwohnungen verklagt, wäre die Nutzung wohl untersagt worden. Das war mehrere Male in Hohwacht auch der Fall. Aber die große Stilllegungswelle, wie sie andere Orte in Mecklenburg-Vorpommern erwischte, blieb aus. Die übergroße Mehrheit der Hohwachter weiß, wovon die Gemeinde lebt, oder vermietet sogar selbst.

 Nun kommt die Bundesregierung als großer Retter. Sie plant, Ferienwohnungen als nicht störende Gewerbe- oder Beherbergungsbetriebe einzustufen. Damit dürfte zumindest in allgemeinen Wohngebieten ohne Probleme vermietet werden. Die Gemeinde müsste in ihrer Satzung nur ein paar Formulierungen ändern. Potrafky hat keinen Zweifel, dass Hohwacht und die übrigen Urlaubergemeinden das machen. Für ihn spielt auch etwas anderes eine Rolle, was ihn freut: „Die Gemeinden gewinnen damit ihre Planungshoheit zurück.“ Höhere Auflagen knüpft der Gesetzgeber allerdings an Ferienwohnungen in reinen Wohngebieten. Davon besitzt Hohwacht zwei, in denen – so hat es sich in Jahrzehnten paradoxerweise entwickelt – sehr viel vermietet und weniger gewohnt wird. Potrafky schlägt vor, sie in allgemeine Wohngebiete umzuwandeln.

 Der Hohwachter Bürgermeister erlebte wahre Dramen. „Bei mir saßen Menschen mit Tränen in den Augen.“ Eine Reihe von Bürgern finanziert Immobilien nämlich mit den Einnahmen aus der Vermietung, um vielleicht später im Alter selbst dort einzuziehen. Manche fürchteten um ihre Existenz und ihren Lebensabend. Denn: Auch die Banken wurden hellhörig, als der Richterspruch gegen die Ferienwohnungen fiel. Nun wird der Gesetzentwurf wahrscheinlich zum Jahresende wirksam und rettet damit die Eigentümer.

 Der schleswig-holsteinische Tourismusminister, Reinhard Meyer (SPD), begrüßt den Berliner Gesetzentwurf. Schleswig-Holstein habe gemeinsam mit Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern in diese Richtung die Initiative ergriffen. Ferienwohnungen müssten heraus aus der Illegalität. Er erwartet, dass der Gesetzgeber das Nebeneinander von Dauerwohnen und Ferienwohnen „vernünftig“ regelt. Meyer: „Kommunen, Vermieter und Investoren brauchen Rechtssicherheit, um für die Saison 2017 planen zu können.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
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