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Besser versichert in den Einsatz

Feuerwehr Besser versichert in den Einsatz

Es war ein Unfall im Feuerwehreinsatz mit gravierenden gesundheitlichen Folgen für Onno Rosenau. Seinen Beruf als selbstständiger Segelmachermeister kann der 52-jährige Heikendorfer nach mehrfachen Brüchen von Wadenbein und Sprunggelenk nur noch eingeschränkt und unter ständigen Schmerzen ausüben.

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Foto: Onno Rosenau (links) ist nach einem Unfall im Einsatz mittlerweile in der Reserveabteilung der Neuheikendorfer Feuerwehr (rechts Wehrführer Oliver Greve) aktiv. Der Plöner Kreistagsabgeordnete Tade Peetz (Mitte) hatte sich auf Orts- und Kreisebene dafür eingesetzt, dass eine bislang bestehende Versorgungslücke für verletzte Feuerwehrangehörige geschlossen wird.

Quelle: Christoph Kuhl

Heikendorf. Das ist für den Chef von acht Mitarbeitern schon schlimm genug. Dass er in einer gutachterlichen und anwaltlichen Odyssee über drei Jahre lang für eine vergleichsweise geringe Entschädigungssumme streiten musste, macht die Angelegenheit noch viel schlimmer. „Es gibt, oder jetzt kann man zum Glück sagen es gab einen Fehler im System“, sagt der Neuheikendorfer Feuerwehrmann. Was er meint ist die bislang bestehende Versorgungslücke für ehrenamtliche Feuerwehrleute, die sich im Einsatz verletzen. Bei einer Erwerbsminderung von unter 20 Prozent (bei Onno Rosenau wurden laut Gutachten 15 Prozent festgestellt), so ist es im Sozialgesetzbuch geregelt, hat jeder freiwillige Feuerwehrangehörige einen etwaigen gesundheitlichen Folgeschaden selbst zu tragen, muss sich also privat absichern.

 „Das hat uns doch alle sehr überrascht, da bei Lehrgängen immer wieder behauptet wird, wir seien zu 100 Prozent versichert“, sagt Neuheikendorfs Wehrführer Oliver Greve. Das war bislang aber nicht so. Der Fall Onno Rosenau, der diese Schwachstelle aufdeckte, stellte praktisch das gesamte ehrenamtliche Feuerwehrwesen auf den Prüfstand.

 Bewegung in die Angelegenheit kam jedoch erst, als man laut Greve auf die politische Ebene ging und die Heikendorfer den Bundestagsabgeordneten Philipp Murmann, den Kreistagsabgeordneten Tade Peetz und den Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hans-Peter Kröger, einschalteten. Als Konsequenz wurde zum Jahresbeginn das Brandschutzgesetz geändert. „Ohne Anerkennung eines Rechtsanspruches können gesundheitliche Schäden von Feuerwehrangehörigen, die im Rahmen des Feuerwehrdienstes entstanden sind oder sich verschlimmert haben, aus einem gesonderten Fonds der Gemeinden entschädigt werden“, heißt es jetzt im entsprechenden neuen Passus. Im Klartext: Die bisher bestehende Versorgungslücke wird damit geschlossen. Wer nach einem Unfall im Feuerwehreinsatz eine Erwerbsminderung von unter 20 Prozent hat, erhält einen finanziellen Ausgleich.

 Voraussetzung ist, dass die Gemeinden für ihre Feuerwehrmänner und -frauen eine Zusatzversicherung bei der Feuerwehr-Unfallkasse Nord abschließen. Das sind beispielsweise in Summe für alle Aktiven der beiden Heikendorfer Ortswehren gerade einmal 250 Euro jährlich. In den drei Ostufer-Gemeinden des Amtes Schrevenborn und auch in der Nachbargemeinde Dobersdorf hat man schnell reagiert. „Ich bin mit den Folgen meines Einsatzunfalls nur an die Öffentlichkeit gegangen, damit kein Feuerwehrkamerad in eine ähnlich missliche Lage gerät. Deshalb sollte jede Gemeinde die Zusatzversicherung dringend abschließen“, appelliert Onno Rosenau.

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