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Bis an die Leistungsgrenze

Feuerwehrübung in Plön Bis an die Leistungsgrenze

Steile Stiegen, schmale Luken, niedrige Balken und enge Gänge – der Aufstieg in den Plöner Kirchturm ist schon für Küster und Handwerker ein kleines Abenteuer. Für Feuerwehrleute in kompletter Montur führt sie bis an die Leistungsgrenze

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Am Kirchturm in Plön stößt die Drehleiter an ihre Grenzen. Bei einer Löschangriffsübung auf dem Markplatz üben die Plöner Feuerwehrleute, wie sie im Falle eines Kirchturmbrandes am besten vorgehen.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Für Atemschutzgeräteträger, die im Ernstfall mit Schutzmasken, Sauerstoffflaschen, Wasserschläuchen und Spritze zum Brandherd klettern müssen, ist das verrauchte und verqualmte Labyrinth aus Brettern und Balken eine echte Herausforderung. Diese Erfahrung sammelten die Plöner Feuerwehrleute im Rahmen der Jahresabschlussübung am Sonnabendvormittag vor den Augen von zahlreichen – willkommen geheißenen – Schaulustigen auf dem Marktplatz. Denn neben dem Übungseffekt wollte die Wehr auch neue aktive und fördernde Mitglieder werben.

 Das Szenario: Ein technischer Defekt löst einen Schwelbrand im Mechanikraum für das Uhrwerk der Turmuhren. Die Anlage in etwa 30 Metern Höhe ist durch den verbauten Zugang über alte Handwerkerstiegen sehr schwierig zu erreichen, wie die beiden Löschtrupps schnell feststellten. Ein Atemschutzträger kam bei dem kräftezehrenden Aufstieg an seine Leistungsgrenze und musste kurz vor dem Ziel ausgetauscht werden. So sahen sich plötzlich auch die Rettungssanitäter mitten im Geschehen, als sie bis zur Qualmgrenze aufsteigen mussten. Parallel dazu bereitete sich das Außenteam darauf vor, neben der Löschwasserversorgung einen zweiten Rettungsweg über die Drehleiter aufzubauen. „Das zeigt auch, wie realistisch diese Übung gestaltet ist“, dankte der stellvertretende Wehrführer Kai Böhrens dem Organisationsteam. Auch die Ausgangslage „Feuer im Kirchturm“ sei durchaus nicht aus der Luft gegriffen, erklärten Böhrens und Wolfgang Habenicht-Voss, der als Vertreter der Kirchengemeinde die Übung beobachtete. So sei vor etwa zwei Jahren der Blitz in den Turm der Niederkleveezer Kirche eingeschlagen. „Und vor vier Jahren brannte ein Blitzeinschlag ein Loch in das Kupfer unterhalb der Wetterkugel des 63 Meter hohen Nikolaikirchturms“, erinnerte Habenicht-Voss. Geblieben seien glücklicherweise nur zwei verkohlte Stellen, beide Feuer seien vermutlich durch Regen und Sauerstoffmangel schnell erstickt.

 Überaus zufrieden zeigte sich Böhrens über die zügige Arbeitsweise seiner Trupps: Nur vier Minuten nach der Alarmierung um 10.46 Uhr trafen die ersten Fahrzeuge vor Ort ein. 11.03 Uhr waren das Kirchenschiff und die Orgelempore nach Menschen durchsucht und geräumt. Um 11.10 Uhr stand die Wasserversorgung im ersten Zwischenboden des Kirchturms unterhalb der Qualmgrenze. Um 11. Uhr erreichte das erste Team den Brandherd, der fünf Minuten später offiziell gelöscht war.

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