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Fischpass statt Sohlgleite

Probsteierhagen Fischpass statt Sohlgleite

Am Stauwehr der Hagener Au in Probsteierhagen kann keine Sohlgleite eingebaut werden, weil sich jetzt gezeigt hat, dass der Boden dadurch absacken könnte. Der Umweltbeirat Probsteierhagen hofft nun, dass bald ein Fischpass gebaut werden kann.

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Erik Christensen (links) und Jörg Fister favorisieren für die Hagener Au einen Fischpass.

Quelle: Thomas Christiansen

Probsteierhagen. Seit Jahren ist geplant, die rund zwölf Kilometer lange Hagener Au vom Passader See bis zu ihrer Mündung in die Ostsee bei Laboe wieder durchgängig für Fische wie Meerforellen zu machen. Mit erheblicher Verzögerung war im Jahr 2014 am Taterlager in Wulfsdorf am Ortsrand von Probsteierhagen eine neue Wehranlage mit Fischpass gebaut worden. Als nächstes sollte das Wehr mitten im Ort neu gestaltet werden. Jörg Fister, stellvertretender Vorsitzender des Umweltbeirats, stellte jetzt die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen des Gewässerunterhaltungsverbands (GUV) Selenter See vor. Der Boden enthält demnach viel Torf und würde beim Bau einer Sohlgleite absacken, so dass in den umliegenden Gebäuden Risse zu befürchten wären.

 Bis 2017 möchte der GUV nun ein „technisches Bauwerk“ realisieren. „Die Finanzierung ist geregelt“, sagte Fister. Ob ein Fischpass oder eine Fischtreppe gebaut wird, ist noch unklar. „Ich favorisiere einen Fischpass, weil dann mehr Arten durchrauschen können“, erklärte Fister. Für eine Durchgängigkeit der Hagener Au müssten noch weitere Engpässe in Lutterbek und an der Mündung beseitigt werden. Zumindest für die Strukturverbesserung des Gewässers sei etwas getan worden, teilte Fister mit. Der GUV hat bislang landwirtschaftlich genutzte Flächen zu beiden Seiten der Au gekauft, um die Nährstoffeinträge zu reduzieren – weitere Flächen sollen gekauft werden.

 Neu auf die Tagesordnung setzte der Beiratsvorsitzende Erik Christensen den von der Gemeinde geplanten Verkauf der Fläche des Spielplatzes am Pommernring. Wie berichtet, soll am Dorfplatz ein neuer Spielplatz entstehen und die alte Fläche zur Bebauung freigegeben werden. Christensen wies darauf hin, dass die Fläche aus zwei Teilen besteht. Außer dem Spielplatz gebe es dort auch einen Gebüschstreifen, der sich selbst überlassen wurde: „Das macht ihn ökologisch bedeutsam.“ Das sei ein „Ort, an dem das freie Leben für Tiere und Pflanzen noch möglich ist“, meinte Christensen: „Davon gibt es nur noch einige kleine Reste in den Dörfern. Es ist schön, wenn das Dorf noch solche Flächen hat.“ Damit löste er eine heftige Diskussion unter den anwesenden Gemeindevertretern aus, zumal Zuhörer Hans Erich Harder ihm zustimmte und forderte, den Spielplatz am alten Standort zu lassen. Während Bürgermeister Klaus Robert Pfeiffer wegen der Ablagerung von Müll von einer „Schmutzecke“ sprach, nannte Ernst Jöhnk ihn einen „schönen grünen Platz“. Karl Heinz Fahrenkrog meinte, ohne den Verkauf der Fläche gebe es kein Geld für einen neuen Spielplatz. Christensen erinnerte an den Anfang: „Uns liegt daran, dass ein kleines bisschen Augenmerk auf solche Flächen gelegt wird.“ Fister meinte, am Dorfplatz könnte ein Wildnisstreifen entstehen: „Wir sollten schauen, ob wir nicht wesentlich mehr Wildnis in unserem Dorf zulassen können. Wir haben viel zu wenig Wildnis im Dorf.“

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
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