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Nordic-Walking Strecke vernachlässigt

Fitness-Park Nordic-Walking Strecke vernachlässigt

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Holsteinische Schweiz zur ersten Adresse für Ausdauersportler avancierte. Die Städte Plön und Eutin sowie die Gemeinde Malente weihten 2006 den Nordic-Walking-Fitness-Park ein. Nun ist dem Projekt zumindest in einzelnen Etappen die Puste ausgegangen.

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Exakt beschilderte Strecken speziell für Nordic-Walker sind im Plöner Bereich touristisch nicht mehr von Bedeutung. Dieses Schild wurde ein Opfer der Bankett- und Knickpflege auf dem Wanderweg rund um den Schöhsee.

Quelle: Peter Thoms

Plön. Das Gute am Nordic-Walking: Man ist nicht an feste Sportstätten gebunden, sondern kann eigentlich auf jedem Weg abseits vielbefahrener Straßen seinen Bewegungsdrang ausleben. Da braucht es keine lückenlos ausgeschilderten Strecken. Das sah man vor neun Jahren noch anders, bzw. konnte Fördermittel wohl nur mit einem perfekten Konzept „abgreifen“ und holte damals die „Gesundheitsregion“ (ein Marketingverbund mit Malente, Eutin, Plön, Bad Segeberg, den Kreisen Plön und Ostholstein sowie dem Verein Holsteinische Schweiz Tourismus) und den Freizeitausrüster „Globetrotter“ mit ins Boot. Für das Projekt „Gesundheitsregion“ war die Eröffnung des Fitness-Parks nach drei Jahren Höhe- und Schlusspunkt zugleich, „Globetrotter“ hat sein Engagement jetzt weiter nördlich ausgerichtet und betreibt auf dem Aschberg bei Ascheffel (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ein Tagungs- und Veranstaltungszentrum, die Globetrotter-Lodge.

 Für Carina Muhmann vom Tourismus-Service Malente gehört das Nordic-Walking-Angebot immer noch unverzichtbar zu den Pfunden, mit denen das Kneippheilbad wuchert. Das zeige auch die Übersichtskarte mit entsprechenden Rundwegen, die im Gastgeberverzeichnis 2016 an prominenter Stelle platziert ist. Vor allem während der warmen Jahreszeit seien die Kurse von Patienten in Malenter Kliniken und Hotelgästen im Ort gut gebucht. Die Beschilderung werde Anfang kommenden Jahres überprüft und gegebenenfalls erneuert.

 In Plön sieht man das inzwischen ein wenig nüchterner: Spätestens, seit der Naturparkverein vor einigen Monaten ein 274 Kilometer langes regionales Wanderwegnetz offiziell eingeweiht hat, ist aus dem Thema Nordic-Walking in Plön die Luft raus: Grüne Schilder mit weißer Schrift weisen dem Wanderer mit Orts- und Entfernungsangaben den Weg durch 17 Gemeinden und drei Städte. Farbige Balkensymbole markieren Rundwege, die wiederum auf 40 Infotafeln an markanten Startpunkten aufgestellt wurden. Wege, die nicht nur auf Schusters Rappen oder per Fahrrad, sondern auch mit Nordic-Walking-Stöcken erschlossen werden können.

 Und da haben die Hinweise für Nordic-Walker endgültig ausgedient. Die „Doppelt- und Dreifachbeschilderung braucht man in Zeiten von mobilen Navigationsgeräten nicht mehr“, ist Caroline Backmann von der Tourist-Info Großer Plöner See überzeugt, und verweist darauf, dass man den Schilderwald in der Natur nicht unnötig aufforsten wolle.

 Und in der Tat: In Zeiten mobiler Navigation ist die Sorge, dass der Akku des Smartphones schlappmacht, größer als die Furcht, sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Zivilisation zu verlaufen.

 „Nordic-Walking hat bei uns keinen hohen Stellenwert mehr“, so Caroline Backmann, „daher investieren die Plöner keine Marketing-Mittel mehr in diese Sportart“. Und so verwundert es nur Wenige, dass auf dem Wanderweg rund um den Schöhsee in Plön die ersten Nordic-Walking-Wegweiser bereits „Opfer“ der Bankett- und Knickpflege geworden sind. Genau genommen sei Nordic-Walking auch schon vor neun Jahren nur ein „Mitnahme-Thema“ gewesen, das man gemeinsam mit den Nachbarkommunen realisiert habe. Für die Gemeinde Malente mit ihren vielen Kurgästen und Rehakliniken habe dieser gelenkschonende Sport schon von jeher eine andere Bedeutung gehabt.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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