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Flaschenpost taucht unter der Erde auf

Preetz Flaschenpost taucht unter der Erde auf

Briefe in Flaschen schwimmen üblicherweise im Meer. In Preetz wurde jetzt eine alte Buddel mit einem Originalschreiben von 1932 bei Bauarbeiten im Kattendiek ausgebuddelt und ins Heimatmuseum gebracht.

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Eine Flasche der ehemaligen Berg-Brauerei in Preetz wurde mit einem Brief von 1932 vor dem Grundstück von Rita Kriwat bei Bauarbeiten gefunden.

Quelle: Nadine Schättler

Preetz. „Der Wahnsinn ist das“, sagt Rita Kriwat (75) mit der zerbrochenen Flasche in der Hand. Unter dem Grenzstein ihres Grundstücks im Kattendiek kam das Fundstück vor etwa drei bis vier Wochen bei Bauarbeiten der Telekom zum Vorschein. Jetzt sitzt die Preetzerin im Heimatmuseum und hält die Buddel ins Licht: „Preetz Holstein“ steht da in Großbuchstaben geschrieben. „Das war mal die alte Berg-Brauerei am Schützenplatz, die kannte ich noch“, erzählt die Rentnerin. 1941 ist sie in der Stadt geboren worden, die ehemalige Brauerei von Jaeger & Schmidt hielt ihren Betrieb bis 1952 in Preetz aufrecht.

 Etwas undeutlicher ist hingegen die altdeutsche Schrift auf dem Brief zu lesen, der in der Flasche eingerollt war. Doch Historiker Erich Klimm vom Heimatmuseum entziffert spontan einige Zeilen. Demnach wurde auf dem Grundstück zwischen Löptiner Straße und Kattendiek am 3. April 1932 ein Bienenhaus „aus Wellblech“ erbaut. „Die Imkerei war zu diesem Zeitpunkt in Preetz sehr verbreitet“, erklärt der Historiker. Viele Bürger hätten in ihren Gärten Bienen gehalten, um sich selbst zu versorgen. „Wirtschaftlich gesehen ging es 1932 bergauf. Es gab eine große Aufbruchstimmung.“

 Den Unterzeichner des Briefs, Wilhelm Lütt, kennt Rita Kriwat noch. „Der wohnte oben bei meinen Eltern und Großeltern mit im Haus“, erinnert sich die 75-Jährige. Auch das Bienenhaus hat sie vor Augen. Das stand am hinteren Ende des Grundstücks, ganz dicht an einer Hecke. Betreten hatte sie es als kleines Mädchen nie. „Da war Herr Lütt eigen, auch mit seinen Apfelbäumen. Er hat mir nie einen Apfel geschenkt.“ Heute befindet sich an der Stelle, wo früher einmal das Bienenhaus war, der Vorgarten von Rita Kriwat und ihrem Mann, die irgendwann ein eigenes Haus bauten. Da die tatsächliche Grundstücksgrenze ungerade verläuft und die Kriwats ihre Mauer gerade setzten, konnte die Flasche bei Bauarbeiten unter dem Sandweg vom Kattendiek gefunden werden.

 „Vielleicht gibt es in den Fotoalben meiner Mutter noch Bilder von dem Bienenhaus“, sagt Rita Kriwat. Diese würde sie zusammen mit der Flasche und dem historischen Brief dem Heimatmuseum in Preetz vermachen. In welchem Rahmen die Buddel dort ausgestellt werden könnte, muss noch geklärt werden, meint Erich Klimm.

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