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Zaun ist Zwischenlösung

Fledermausschutz in Nettelsee Zaun ist Zwischenlösung

„Unmöglich“ findet so mancher Dorfbewohner, was zurzeit an der neuen Verbindungsstraße hinter Nettelsee emporwächst: ein vier Meter hoher Zaun aus kunststoffummanteltem Drahtgeflecht. Sein Zweck: Wenn dort erst einmal der Verkehr rollt, soll er Fledermäuse davon abhalten, unter die Räder zu geraten. Langfristig soll ihn aber Bewuchs ersetzen.

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Noch wird die zukünftige Verbindungsstraße in Nettelsee nur von Spaziergängern genutzt. Wenn erst die Autos und Lkw rollen, sollen Fledermäuse dabei nicht zu Schaden kommen. Der Zaun ist Auflage der Baugenehmigung. In zehn Jahren soll die ebenfalls geplante Bepflanzung so hoch sein, dass sie dessen Aufgabe übernehmen kann.

Quelle: Andrea Seliger

Nettelsee. Die neue Strecke soll nach Fertigstellung des A21-Abschnitts zwischen Stolpe und Nettelsee den Verkehr von der neuen Anschlussstelle sowie von der L67 aus Ascheberg zur L49 Richtung Bordesholm führen. Im Zuge der Arbeiten an dem Brückenbauwerk wird die B404 am 7. und 8. April jeweils ab 22 Uhr bis 6 Uhr komplett gesperrt. Die Arbeiten an dem Fledermauszaun behindern zurzeit niemanden, da die Straße noch nicht fertig ist und bisher nur von Spaziergängern genutzt wird. Gesprächsthema sind sie dennoch, denn schön ist das Bauwerk nicht.

 „Der Zaun ist Auflage in der Baugenehmigung“, sagt Matthias Paraknewitz, Leiter des Landesbetriebs Straßenbau, der den A21-Ausbau für den Bund umsetzt. Dem vorausgegangen war ein Artenschutz-Gutachten, das diverse Fledermausvorkommen in der Gegend nachgewiesen hatte - sowohl niedrig fliegende Arten wie Fransen-, Mücken- und Teichfledermaus als auch solche, die höher unterwegs sind, wie braunes Langohr, Breitflügelfledermaus und der große Abendsegler. Die Zaunanlage soll die niedrig fliegenden Arten bis zu einem günstigen Punkt seitlich ableiten und dafür sorgen, dass die höher fliegenden über den Verkehr hinweggleiten. 1330 Meter lang ist das Bauwerk. Es kostet laut Paraknewitz rund 700000 Euro.

 So wie jetzt wird der Zaun jedoch nicht bleiben: Zusätzlich sollen dort heimische Gehölze gepflanzt werden. „Diese müssen aber eine Höhe von drei bis vier Metern erreichen, bis sie für den Fledermausschutz wirksam sind“, so Paraknewitz. Diese Phase werde voraussichtlich rund zehn Jahre dauern.

 „Neuanpflanzungen sind sehr lückig“, meint auch Nabu-Geschäftsführer Ingo Ludwichowski. Er hält den Zaun deshalb für eine geeignete „Zwischenlösung“. Auch der Bereich um die Brücke über die Au sei mit Blick auf die Tiere richtig gestaltet, dort könnten sie unter der Straße hindurch fliegen.

 Was mit dem Zaun geschehen soll, wenn die Bäume und Sträucher hoch genug sind, steht noch nicht fest: „Das entscheiden wir, wenn es soweit ist“, so der Leiter des Straßenbauamtes.

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