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Plön-Bad bleibt länger geschlossen

Fliesenschäden Plön-Bad bleibt länger geschlossen

Drei Wochen sind für die alljährliche Wartung der Plöner Schwimmhalle ohnehin schon knapp kalkuliert, in diesem Jahr gibt es noch eine Woche obendrauf, wie die Stadt Plön mitteilt: „Wegen nicht vorhersehbarer Reparaturarbeiten wird die Schließzeit bis zum 21. August verlängert.“

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Diese „Abbruchkante“ sorgt für die unplanmäßige Verlängerung der Schließzeit im Plönbad, so Schwimmmeister Thorsten Timm.

Quelle: Peter Thoms

Plön. Dahinter verbergen sich gravierende Schäden an der Überlaufrinne im Kleinkinderbecken, dem so genannten Beckenkopf, wie Schwimmmeister Thorsten Timm erklärt. Auf acht Meter Länge sind insgesamt 28 U-förmige Steine regelrecht auseinandergebrochen. Kleine Haarrisse hatten den Schaden vor einigen Wochen schon angekündigt, aber im Rahmen der Grundreinigung und -sanierung wurde das ganze Dilemma deutlich. Nicht einmal fünf Jahre nach der Wiedereröffnung des Plönbads haben die Fliesenleger erneut alle Hände voll zu tun. „Es gibt noch keine Erklärung dafür, warum nur die 28 nebeneinander eingebauten Rinnen-Steine gleichzeitig kaputt gegangen sind“, sagt Timm ratlos. Die Ersatzsteine mussten nachproduziert werden und liegen mittlerweile zum Einbau bereit. Bis die defekte Rinne entfernt, die neue eingebaut und alles ausgehärtet ist, wird es einige Zeit dauern, daher wurde die Schließzeit verlängert.

 Dabei gibt es schon ohne diese zusätzliche Arbeit genug zu tun, wie bei einem Rundgang durch die Schwimmhalle deutlich wird: Neben der Grundreinigung und der Erneuerung der durch die tägliche Reinigung stark in Mitleidenschaft gezogenen Fugen ist es vor allem die rund um die Uhr laufende Technik, der in den normalerweise drei und in diesem Jahr vier Wochen Schließzeit eine Pause gegönnt wird. Zeit, die genutzt wird, um alle Verschleißteile zu erneuern. Dazu gehört der Austausch des Verdampfers für das Dampfbad. Die Elektroden von der Größe einer Gartenschaufel sind nach einem Jahr Dauerbetrieb nur noch halb so groß und werden, wie eine Zündkerze beim Auto, komplett ausgewechselt. Die Desinfektion der Filter in den Belüftungsanlagen, die ohnehin regelmäßig gewartete Chlorgasanlage, das Blockheizkraftwerk, das für Strom und angenehme Raumtemperatur im Plönbad sorgt, und die Kontrolle vieler Pumpen, Kompressoren und Ventile nehmen darüber hinaus viel Zeit in Anspruch.

 Die Wartungsarbeiten haben viel mit Wasser zu tun: In den zehn Kubikmeter fassenden Schwallwasserbehältern, die für einen konstanten Wasserstand in den Schwimmbecken sorgen, egal, wie viele Schwimmer sich gerade auf den Bahnen drängeln, sammelt sich viel Plastikmüll. Der stammt in erster Linie von den im Schwimmbecken verwendeten Sportgeräten wie Schwimmnudeln und -brettern, von denen immer mal wieder ein Stückchen abbricht. Kleiner als erwartet ist der Duschwasserbehälter, der ebenfalls auf Herz und Nieren geprüft wird: Er fasst 500 Liter Heiß- und 1000 Liter Kaltwasser. In Privathaushalten sind diese Behälter für Mengen von 90 bis 120 Litern ausgelegt.

 Das Wasser aus den eigentlichen Schwimmbecken wurde in diesem Jahr nicht abgelassen: Die 600 Kubikmeter im großen Becken, 120 im Warmwasserbecken und 30 im Kleinkinderbecken sind ja kein „abgestandenes Badewasser“: Die gesetzlich vorgeschriebenen 30 Liter Frischwasser pro Tag und Badegast sorgen für tägliche Auffrischung, außerdem wird das Wasser mehrmals am Tag komplett umgewälzt und gereinigt. Jedes Becken hat eigene Pumpen, die jeweils 120 Kubikmeter Wasser pro Stunde durch die mit Kies und Aktivkohle gefüllten Filter drücken. Das Wasser im kleinen Becken ist also jede Stunde runderneuert, die Kleinkinder tummeln sich alle Viertelstunde in gereinigtem Wasser und selbst das Wasser im großen Becken ist alle fünf Stunden durch den Jungbrunnen geflossen und „entsäuert“: Im Marmorturm entziehen Marmor-Kiesel dem Wasser Säure, sodass der ph-Wert konstant zwischen 6,8 und 7,2 liegt.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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