15 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Gesellenprüfung ist sein größter Traum

Ausbildung zum Anlagemechaniker Gesellenprüfung ist sein größter Traum

Die Arbeit bei der Lütjenburger Firma Kühl macht Hekmatollah Sarwari (21) viel Spaß. Wenn da nicht der Unterricht in der Berufsschule wäre. Begriffe wie „Rücklauftemperaturbegrenzer“ oder „Wärmerückgewinnung“ sind für den jungen Afghanen eine sprachliche Herausforderung.

Voriger Artikel
Verstecktes Paradies hinter dem Zaun
Nächster Artikel
Auf Bleiberecht folgt Festanstellung

Hekmatollah Sarwari ist Auszubildender im ersten Lehrjahr als Anlagenmechaniker bei der Firma Kühl. Sein Chef Claus Kühl ist sehr zufrieden mit den Leistungen des jungen Afghanen.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. 2010 floh Sarwari mit seiner Mutter und drei Geschwistern vor dem Krieg in Kandahar. Nach dem frühen Tod seines Vaters musste er bereits als Kind arbeiten gehen. Er lernte Goldschmied, in Afghanistan ein lohnender Beruf, weil dort traditionell viel Schmuck getragen wird. In Deutschland hat er damit keine Chancen. Was also tun?

Ein Flüchtlingspate vermittelte ihm Ende 2012 ein erstes Praktikum bei Heizungs- und Energietechnik Kühl. Sarwari erinnert sich noch an seine erste Baustelle: ein Herrenhaus auf einem Gut. Der junge Mann und seine Leistung gefielen Claus Kühl, Inhaber und Meister der Firma. Aber noch fehlte ein Schulabschluss, um ihn als Auszubildenden einstellen zu können. Im vergangenen Jahr schaffte Sarwari die Hauptschule und trat im August seine Lehre als Anlagenmechaniker bei Kühl an. „Alle Kollegen sind total nett“, umschreibt er das Betriebsklima. Sein Chef gibt das Kompliment zurück: „Du bist gut angekommen. Alle fanden dich auch nett.“ Er sei sehr zufrieden mit den Leistungen seines Azubis.

Sarwaris großer Traum, die Gesellenprüfung in drei Jahren zu bestehen, ist zugleich seine größte Sorge. Die Fachsprache in der Berufsschule in Oldenburg macht ihm zu schaffen. Neue, komplizierte Begriffe sagen ihm erst etwas, wenn er ihnen bei der Arbeit im Betrieb begegnet und nicht auf der Schulbank. Er lernt daher seitenweise Texte aus den Schulbüchern auswendig. Demnächst bekommt er Sprachunterricht speziell für seinen Beruf.

Sein Lehrherr Claus Kühl ist zuversichtlich, dass Sarwari die Prüfungen schaffen wird. „Er versteht bei der Arbeit, worum es geht.“ Da habe er schon andere Lehrlinge erlebt. Im ersten Jahr hätten auch junge Deutsche Prüfungsangst. Und direkt an seinen Azubi: „Lass den Kopf nicht hängen, wenn die Noten am Anfang nicht so gut sind.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

THW-Liveticker!

THW-Spieltage online
live verfolgen, mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr zum Artikel
Flüchtlinge im Kreis Plön
Bild: Ari Hassan (links) und Noel Qassen Eliyas (rechts) absolvieren zurzeit ein Praktikum bei der Baufirma Paustian in Rathjensdorf. Geschäftsführer Ulf Petersen freut sich über das Engagement seiner Mitarbeiter, wobei er Ari so schnell wie möglich fest einstellen wird.

„Ari kriegt sofort eine feste Anstellung, wenn er das Bleiberecht und damit eine Arbeitserlaubnis in der Tasche hat!“ Ulf Petersen, Geschäftsführer des Bauunternehmens Paustian in Rathjensdorf, ist begeistert vom Engagement seines Mitarbeiters Ari Hassan aus dem Irak.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3