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Flüchtlinge kommen ab Montag

Lütjenburg Flüchtlinge kommen ab Montag

Die ersten Flüchtlinge treffen am Montag in der früheren Schill-Kaserne in Lütjenburg ein. Das bestätigte Magdalena Drywa vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten. In einer ersten Phase sollen in der neuen Erstaufnahmeeinrichtung des Landes 600 Menschen untergebracht werden.

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Die Bauarbeiten auf dem Kasernengelände in Lütjenburg laufen auf Hochtouren.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Im nächsten Jahr könnten es bis zu 1000 sein. Die Belegung in Lütjenburg entspricht derjenigen in anderen Unterkünften. Mehr als 50 Prozent der Flüchtlinge stammen aus Syrien, weitere 40 Prozent aus Afghanistan und dem Irak. Die Restlichen kommen aus Eritrea, dem Iran und Armenien. Der Anteil der Menschen aus den West-Balkan-Staaten ist hingegen nur noch sehr gering, so Drywa. Wie viele Menschen am Montag Lütjenburg erreichen, steht noch nicht fest. Die Unterkunft wird sich nur schrittweise füllen und nicht auf einen Schlag.

 Die ehemaligen Mannschaftsunterkünfte sind mittlerweile mit einem Metallzaun umgeben. An der Zufahrtsstraße kontrolliert ein Wachunternehmen, wer das Gelände betritt. Die Maßnahmen dienen nicht dazu, die Menschen einzusperren oder zu überwachen, sondern sie zu schützen. Drywa: „Wir möchten schon wissen, wer dort hinein möchte.“

 Die Zuwanderer, die in Lütjenburg untergebracht werden, sind zumeist erst kurze Zeit in Deutschland und haben ihre Flucht gerade hinter sich. Aus den bisherigen Erfahrungen weiß Drywa, was in den ersten Tagen mit ihnen geschieht. „Die sind völlig erschöpft und fertig. Die fallen um und schlafen erst einmal drei Tage.“ Erst nach dieser Phase beginnt das Einleben. Wie ist der Tagesablauf in der Unterkunft? Wo gibt es in der Stadt Einkaufsgelegenheiten? Wo sind Handykarten erhältlich, um den Kontakt zur Familie und zu Freunden zu halten?

 Bei der Belegung der Zimmer werde man sehr sensibel vorgehen. Familien erhielten eine gemeinsame Unterkunft. Alleinreisende Frauen und Frauen mit Kindern würden separat auf eigenen Fluren oder in einem eigenen Gebäude untergebracht. Das DRK, das die Unterkunft betreut und für die Organisation zuständig ist, habe auch Erfahrungen darin, welche Volksgruppen miteinander auskämen und welche nicht. Auch darauf werde bei der Zimmerverteilung geachtet.

 Für die Flüchtlinge ist Lütjenburg nicht die Endstation. Sie bleiben hier etwa vier bis acht Wochen, bis sie den Städten und Gemeinden in Schleswig-Holstein zugeteilt werden. Dort müssen sie bleiben, bis ihr Asylverfahren abgeschlossen ist. Danach genießen sie wie jeder Bürger Freizügigkeit und können ihren Wohnsitz selbst bestimmen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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Lütjenburg
Foto: Jan Kruse (links) und Michael Duus werfen sich Kartons mit Bettwäsche zu. Sie sind Mitglieder des DRK Neustadt und helfen ehrenamtlich bei der Einrichtung der Flüchtlingsunterkunft in Lütjenburg.

Die ersten 45 Flüchtlinge sind am Montag in der früheren Schill-Kaserne in Lütjenburg eingetroffen. Bis zu 1000 Menschen sollen in fünf Mannschaftsunterkünften Platz finden. Zum Vergleich: Als die Kaserne noch militärisch genutzt war, kamen auf demselben Raum 400 Soldaten unter.

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