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Flüchtlinge ziehen ein

Schill-Kaserne Flüchtlinge ziehen ein

Die ersten Flüchtlinge ziehen voraussichtlich schon Ende November in die Quartiere der früheren Schill-Kaserne in Lütjenburg ein. Am Freitag tagten bereits Vertreter der Stadt, der Polizei und des Landes im Lütjenburger Rathaus, um den Fahrplan für die Einrichtung der Unterkünfte zu besprechen.

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Die Mannschaftsquartiere der früheren Schill-Kaserne in Lütjenburg werden in den nächsten Wochen für Flüchtlinge hergerichtet. Mit der Reparatur der gekappten Versorgungsleitungen wird demnächst begonnen.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Bislang ist die Rede von 1000 Menschen, die in Lütjenburg untergebracht werden sollen. Vom Innenministerium in Kiel gab es trotz mehrfacher Anfragen von KN-online dafür keine Bestätigung.

 Das größte Hindernis sind derzeit die gekappten Versorgungsleitungen zu den acht großen Wohnblöcken, in denen die Soldaten untergebracht waren. Nach Informationen von KN-online schließen die Stadtwerke Lütjenburg bald die Wasserleitungen wieder ans Netz an, spülen die Rohre und machen sie keimfrei bis zum Wasserhahn. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine mit Gas betriebene Anlage in einem Container. Sie speist die Hitze in das vorhandene Nahwärmenetz auf dem Kasernengelände ein. Dem Vernehmen nach kümmert sich ein Lübecker Planungsbüro um die Koordinierung der Arbeiten. Die Zimmer und Gebäude selbst befinden sich überwiegend in einem guten Zustand, vom Wildwuchs drumherum abgesehen.

 Die Flüchtlinge verbleiben nicht auf Dauer in der Stadt. Die neue Unterkunft des Landes dient als Zweigstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster, so die bisherigen Pläne. Bereits vor einem Jahr war daran gedacht worden, die Kaserne als Unterkunft herzurichten. Nach Lütjenburg kommen Männer, Frauen und Kinder, die nach ihrer Flucht erst wenige Tage in Deutschland verbracht haben. Ein wichtiger Punkt: Ärzte machen einen medizinischen Check bei den Menschen, die die Strapazen einer Flucht hinter sich gebracht haben. Sie leben hier solange, bis sie weiterreisen können in die Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein, wo sie ein erstes Zuhause finden. Das Problem ist allerdings, dass freie Wohnungen im Land kaum noch vorhanden sind. Der fehlende Wohnraum könnte dazu führen, dass diese Menschen länger als bisher üblich in der Erstaufnahme verbleiben. Wie lange die frühere Kaserne überhaupt als Flüchtlingsunterkunft dienen wird, ist unklar. Das hängt von der Entwicklung der weiteren Zuwanderung zumeist über die Balkanroute ab.

 Lütjenburgs Bürgermeister Dirk Sohn gab nach dem Koordinierungsgespräch im Rathaus keine Stellungnahme ab. Er wolle zunächst seine Stadtvertreter über das weitere Vorgehen informieren. Die Bürger erfahren auf einer Einwohnerversammlung am Donnerstag, 12. November, alles über die Flüchtlingsunterkunft, zum Beispiel wer die Menschen betreut. Die Veranstaltung, zu der Bürgervorsteher Siegfried Klaus einlädt, beginnt um 19 Uhr in der Mensa des Schulzentrums. Lütjenburgs größtem Veranstaltungsraum, der an diesem Abend bis auf den letzten Platz gefüllt sein dürfte.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
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Foto: „Vorsicht Schußwaffengebrauch“, warnt ein altes, mit Flechten bewachsenes Schild auf dem Gelände der früheren Schill-Kaserne. Ob Flüchtlinge in die Mannschaftsunterkünfte ziehen, ist noch unklar.

Ziehen Flüchtlinge in die frühere Schill-Kaserne in Lütjenburg ein oder nicht? Ende September hatte die Stadt dem Land das Angebot gemacht, die leer stehenden Mannschaftsunterkünfte zu kaufen und als Flüchtlingsquartier zur Verfügung zu stellen. Bislang gab es aus Kiel keine Antwort.

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