12 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Auf der Suche nach Paten

Flüchtlingshilfe Preetz Auf der Suche nach Paten

Flüchtlinge, die nach Preetz kommen, suchen schnell Anschluss. Diese Erfahrung macht jedenfalls Maren Sterzik als Koordinatorin der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe. Dafür sucht sie nun weitere Menschen, die sich in ihrer Freizeit als Sprachpaten oder Familienfreunde engagieren wollen.

Voriger Artikel
11,3 Millionen Euro fürs schnelle Netz
Nächster Artikel
Seenotretter freuen sich über Geldsegen

Dagmar und Rudi Manneck (links) engagieren sich in der „Familienfreundschaft“, Yvonne Ittermann (Zweite von rechts) ist als Sprachpatin tätig. Zusammen mit Nayef und Ahmad Bakrawi (von rechts), Abdulwase Halleem und Baara Bakra würden sie sich über weitere Mitstreiter freuen.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Von den rund 270 Asylbewerbern in der Stadt, vorrangig aus Syrien, Irak und Afghanistan, wird bereits die Hälfte von Freiwilligen begleitet. Die Familienpatenschaft wurde in Familienfreundschaft umbenannt. „Patenschaft klingt so von oben herab, wir wollen aber eine Begegnung auf Augenhöhe“, sagt Maren Sterzik. Die Familienfreunde helfen, Kontakte zu knüpfen oder Freizeitaktivitäten zu finden. Wie fahre ich Bus? Wie komme ich von A nach B? Wo gibt es Spielplätze für meine Kinder? Fragen, die immer wieder auftauchen.

 „Der Bedarf ist sehr hoch“, betont Maren Sterzik eindringlich. Immer wieder kämen die Geflüchteten zur Awo und fragten nach Familienfreunden. „Sie wünschen sich zwar auch Unterstützung im Alltag, aber vor allem suchen sie den sozialen Kontakt zu den Preetzern, egal welchen Alters.“ Sie wollen die deutsche Sprache, Kultur und Mentalität kennenlernen und ganz normal an der Gesellschaft teilhaben. „Spaß haben, Musik machen, Sport treiben, miteinander reden.“

 Diese Erfahrung haben auch Dagmar und Rudi Manneck gemacht. Das Ehepaar betreut nach einer Familie, die inzwischen gut zurechtkommt, die Geschwister Baara, Ahmad und Nayef Bakrawi aus Syrien. „Weil es gebraucht wird“, nennt sie einen Beweggrund für ihr Engagement. „Wir können Orientierung geben und eine menschliche Brücke bauen, um Deutschland verstehen zu lernen.“ Man müsse wissen, zu welchem Amt man gehen müsse und wo es was gibt, fügt ihr Mann hinzu: „Deutschland ist für uns ja schon oft kompliziert.“

 „Wir brauchen Freunde und wir brauchen Hilfe, wir sprechen noch kaum Deutsch“, meint Nayef Bakrawi. Sein Bruder Ahmad sagt, dass er mehr über die Geschichte und die Kultur Deutschlands erfahren möchte. Ein bis zwei Mal pro Woche treffen sie sich, erzählt Dagmar Manneck.

 Gesucht werden auch ehrenamtliche Sprachpaten, berichtet Yvonne Ittermann, die selbst Flüchtlinge in den Räumen der Schulen am Hufenweg unterrichtet. Zum Pool gehörten 20 bis 30 Ehrenamtler zwischen 15 und 75 Jahren. Bestimmte Voraussetzungen gebe es nicht. „Manche machen nur Konversation, andere haben Lust auf Grammatik.“ Manche Flüchtlinge kämen zu allen drei Terminen pro Woche, weil sie unbedingt die Sprache lernen wollen, darunter viele Afghanen, Jemeniten, Somalier und Tschetschenen, die auf ihren Integrationskursus warten. Das Niveau sei sehr unterschiedlich, deshalb müsse man erst einmal schauen: Muss noch das Alphabet gelernt werden? In welche Gruppe passt er oder sie? „Es macht total Spaß, ich bin mit meinen beiden Töchtern dabei“, betont Yvonne Ittermann. „Man lernt selbst auch eine Menge.“

 Abdulwase Halleem kommt aus einem kleinen Dorf in Afghanistan und geht seit sechs Monaten in Preetz zur Schule. Der Unterricht in den Schulen am Hufenweg sei sehr schön, aber man brauche noch mehr Sprachpaten. „Es gibt sehr viele Menschen, die keine Kurse haben, aber sie müssen die Sprache lernen, sonst hat man Probleme, wenn man zum Beispiel zum Arzt geht“, sagt er. Anfangs gebe es noch einen Dolmetscher, „aber nach sechs Monaten musst du alleine klarkommen“. Maren Sterzik fügt hinzu, dass es bei der Awo die Möglichkeit gebe, einen Dolmetscher zu bekommen. Der stehe aber nicht immer zur Verfügung.

Kontakte: Familienfreundschaften: Maren Sterzik, Tel. 04342/7879013 oder 0151/68172540, E-Mail: maren.sterzik@awo-sh.de, Sprachpaten: Lutz Reinhardt, Tel. 04342/800769, E-Mail: info@sprachpaten-preetz.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

Events: Kreis Plön

Veranstaltungen im
Kreis Plön - Aktuelle
Termine, News, Infos

Das THW-Magazin

Erfahren Sie mehr!
Einblicke hinter die
Kulissen des THW-Kiel

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3