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Flüchtlingstreff öffnet seine Türen

Heikendorf Flüchtlingstreff öffnet seine Türen

Aus dem früheren Fischgeschäft in Heikendorf ist „Gesa“ geworden: ein Treffpunkt mit angeschlossener Kleiderkammer. „Es soll ein Angebot für alle Heikendorfer Bürger sein“, betonte Michaela Brechtel vom Koordinationskreis zur Flüchtlingshilfe bei der Eröffnung am Mittwoch.

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Gute Stimmung zur Eröffnung des Flüchtlingstreffs in Heikendorf: Als Hanan Cawich etwas auf seiner Tambur vorträgt, beginnen die ersten gleich zu tanzen.

Quelle: Andrea Seliger

Heikendorf. Der freundliche Raum in der Dorfstraße 12 ist in den vergangenen Wochen mit Hilfe von Sach- und Geldspenden neu eingerichtet worden. Eine Nähmaschine steht zur Verfügung, der Computer soll baldmöglichst Internetanschluss bekommen, auch Sprachkurse können dort stattfinden. „Herr Will hat einfach gesagt: Wir machen das“, freut sich Brechtel und bedankte sich beim Eigentümer, der die Immobilie unentgeltlich zur Verfügung stellt, und den weiteren Unterstützern.

 Erst vor neun Monaten hatte sich der Koordinationskreis spontan in einer Einwohnerversammlung zusammengefunden. „Zu den positiven Erlebnissen gehört die Hilfsbereitschaft“, meint Brechtel im Rückblick. Der Koordinationskreis kümmert sich um die Betreuung des Treffs. Die Betriebskosten trägt das Amt Schrevenborn. „Wir setzen hier das Geld aus der Integrationspauschale ein“, erklärt Amtsdirektor Ulrich Hehenkamp – „das ist gut angelegt“. Das Engagement des Koordinationskreises zeige, was man schaffen könne: „Das ist der Beweis.“ Aktuell leben im Amtsbereich 240 Flüchtlinge, 103 davon in Heikendorf.

 Lobende Worte fand auch Bürgermeister Alexander Orth: „Es ist ein sehr schönes Gefühl, in einer Gemeinde Bürgermeister zu sein, in der so viele Hände anpacken, wenn es anzupacken gilt.“ Nach dem ersten Schritt – alle Neuankömmlinge mit einem Dach über dem Kopf zu versorgen – gehe es nun um die Integration: „Wenn wir alle ein bisschen Toleranz, Geduld und Offenheit füreinander aufbringen, sind wir auf dem richtigen Weg.“ Orth weiß, dass es auch Leute gibt, die davon nichts halten: Er hatte das „Refugees Welcome“-Plakat der KN mitgebracht, das bisher im Rathaus hing. Es ist bereits das „vierte oder fünfte“ – immer wieder habe jemand versucht, es abzureißen.

 Pastor Christian Rose schlug den Bogen zum christlichen Gebot der Nächstenliebe: Die Ehrenamtlichen hätten mit ihrem Engagement schnell und unbürokratisch ihre Antwort auf die Frage „Wer ist eigentlich mein Nächster?“ gegeben.

 Mit seinem Tambur, einer im Orient beliebten Langhalslaute, sorgte der aus Syrien stammende Neu-Heikendorfer Hanan Cawich für den musikalischen Teil des Eröffnungsfestes. Das kam beim Publikum so gut an, dass einige sogar zu tanzen begannen – soweit der Platz das zuließ, denn der Raum war gut gefüllt mit Gästen jeden Alters.

 „Gesa“ ist die Abkürzung für „gemeinsam in Heikendorf“, Infos dazu gibt es im Internet unter www.gemeinsam-heikendorf.de. Dort ist nachzulesen, was noch gebraucht wird – beispielsweise Fahrräder und Kinderbetreuung. Im neuen Treff sind aber auch spontane Besucher willkommen: montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr, montags, dienstags und donnerstags zusätzlich von 16 bis 18 Uhr. Auch Kleiderspenden können dort abgegeben werden.

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