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Wenn die Kleiderbügel wieder klappern

Frauensachen in Giekau Wenn die Kleiderbügel wieder klappern

Wenn sich am Sonnabend exakt um 14 Uhr die Türen des Pastorats Giekau öffnen, sollte man/Mann beiseite treten. Dutzende kauflustige Damen warten davor auf Zutritt zum Markt „Frauensache(n)“ und wollen erste an den Kleidungsständern sein. Der Markt ist die Mutter aller Kleidungsmärkte der Region.

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Die Organisatoren von "Frauensache(n)" (von links): Hilke Haß-Heiser, Claudia Stark, Kerstin Baumann, Stefanie Luth, Kristina Jebe, Pastor Günther Suckow, Anne Lüth und Andrea Ziarkowski. Es fehlen Sandra Wiese, Marion Grunenberg und Anja Diedrichsen.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Giekau. Auf der Rückfahrt aus Kiel von einem Kaufhausflohmarkt mit Frauensachen aus Kiel beschlossen vor über 15 Jahren Hilke Haß-Heiser und eine Freundin, so etwas auch in Giekau anzubieten. Beim Kaufhausprinzip verkauft nicht jeder seine eigenen Dinge, sondern lässt sie anonym verkaufen. Ein direkter Handel bietet sich nicht an, meint jedenfalls das zehnköpfige Organisationsteam. Haß-Heiser: „Wer kauft schon an einem Stand die gebrauchte Bluse von seiner Nachbarin?“ Am 16. September ist es die 30. „Frauensache(n)“ in Giekau. Und die Damenwelt im Kreis Plön hat die Veranstaltung kopiert. Ascheberg, Schellhorn oder Grebin: Aus begeisterten Käuferinnen wurden in anderen Gemeinden begeisterte Veranstalter. Der Kult-Markt lockt sogar Jahr für Jahr zwei Schwestern an, die sich extra aus Wacken nach Giekau auf den Weg machen.

Männer dürfen übrigens nur bis in den Vorraum des Pastorats, wo Torten oder Herzhaftes wie Lachsröllchen oder Pizzaschnitten auf sie warten. Das ist keine Geschlechterdiskriminierung. In den Verkaufsräumen im Pastorat gibt es natürlich keine Umkleidekabinen. Die Damen passen Blusen oder Hosen daher kurz an den Ständen an. Da stören Herren natürlich. Nur beim Ausräumen und beim Tragen der Wäscheständer kommen Ehemänner und Söhne ins Spiel. Ansonsten bleiben ihnen eben zwischen 14 und 17 Uhr Lachsröllchen und Torte.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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