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Neuen Chef gewählt

Wechsel an der Spitze Neuen Chef gewählt

Die Freiwillige Feuerwehr in Preetz hat einen neuen Wehrführer. Walter Lamp, seit zehn Jahren an der Spitze, erklärte in der Jahreshauptversammlung seinen Rücktritt. Als Nachfolger wurde mit 62-Ja- und vier Nein-Stimmen sein bisheriger Stellvertreter Manfred Wenselowski gewählt.

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Der zurückgetretene Wehrführer Walter Lamp (rechts) gratuliert seinem Nachfolger Manfred Wenselowski.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Er habe einen Brief von Lamp erhalten mit der Bitte, ihn aus dem Amt zu entlassen, berichtete Bürgermeister Björn Demmin. „Das sind nicht die Schreiben, die man – selbst frisch im Amt – lesen möchte.“ Er nehme die Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis. Lamp habe ihn und seinen Vorgänger immer sachkundig und zuverlässig beraten.

 Erst unter dem Punkt Verschiedenes klang durch, weshalb Lamp sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Er sei auf mehrfachen Wunsch aus der Einsatzabteilung zurückgetreten, bemerkte er und bat darum, keine Hetze in sozialen Netzwerken zu betreiben. „Kommunikation miteinander und nicht gegeneinander ist das Ziel.“ Er wolle weiter seinen Dienst als Aktiver in der Preetzer Wehr leisten.

 Norbert Maroses, Vorsitzender des zuständigen Ausschusses für Hoch- und Tiefbau, bedankte sich für die gute Beratung und Zusammenarbeit. Die Anforderungen an Feuerwehrleute seien in den vergangenen Jahren gestiegen, sowohl was Ausbildung als auch Ausrüstung angehe. Die Politik sorge dafür, dass sich die technische Ausstattung auf einem hohen Niveau befinde. Das erhöhe nicht nur die Sicherheit für die Bürger, sondern auch für die Aktiven. „Das ist gut angelegtes Geld.“ Auch Amtswehrführer Bernd Schwiderski, Michael Martins (Leiter des Polizeireviers Plön) und Volker Sajak (Ortsgruppenleiter des THW) lobten die gute Zusammenarbeit.

 Noch vor den Wahlen überreichte der stellvertretende Kreiswehrführer Olaf Meier-Lürsdorf eine besondere Auszeichnung an den Wehrführer. Walter Lamp sei seit 36 Jahren Mitglied in der Feuerwehr, habe schon in der Jugendwehr Führungsaufgaben übernommen und vor 16 Jahren die Stellvertreterposition übernommen, bevor er sechs Jahre später zum Gemeindewehrführer gewählt wurde. „Ich kenne niemanden, der mehr Ausbildungen durchlaufen hat als er“, lobte Meier-Lürsdorf. In Lamps Amtszeit sei der Neubau des Feuerwehrhauses gefallen. „Die Führung einer so großen Wehr ist gar nicht so einfach und durchaus mit der Führung eines mittelständischen Unternehmens zu vergleichen.“ Lamp sei sachlich, ruhig und besonnen und setze sich mit Hingabe für die Wehr ein. Er habe aber auch Ecken und Kanten. Er heftete Lamp das schleswig-holsteinische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold an. Das Ehrenkreuz in Silber erhielt Rolf Schlüter, der an diesem Abend in die Ehrenabteilung verabschiedet wurde, für seine hohen Verdienste bei der Ausbildung.

 Besonders farbenfrohe Geschenke gab es für den ehemaligen Bürgermeister Wolfgang Schneider und seinen Nachfolger Björn Demmin. An Schneider überreichte Lamp einen roten Helm in Airbrush-Technik, auf dem die Fahrzeuge abgebildet sind, die in seiner Amtszeit angeschafft worden waren. Demmin durfte sich mit einem gelben Helm schmücken.

 Bei den weiteren Wahlen wurden Sven Petersen Zugführer II, Jens Will Kassenwart und Olaf Lenz Schriftwart. Zum Feuerwehrmann vereidigt wurden Florian Merkl, Christian Kraft, Pascal Hoppe und Jeffrey Koppe. Die Bandschnalle für zehn Jahre erhielten Chris Hansen, Sandra Harm, René Klotz, Hans-Jürgen Ruser, Ulrike Schönstein und Marc Sienknecht, für 20 Jahre Volker Grönwohld und Tobias Oestreich, für 30 Jahre Sven Petersen, für 40 Jahre Hans-Joachim Tomaschewski und Stefan Haase sowie für 50 Jahre Ludwig Addix. Feuerwehrmann des Jahres ist Marc Harm.

 167 Mal wurde die Preetzer Feuerwehr im vergangenen Jahr alarmiert. Sie musste zu 43 Bränden ausrücken und leistete 93 Mal technische Hilfe. Dazu kamen 27 Fehlalarme. „Das ist weit weniger als sonst“, erklärte Wehrführer Walter Lamp in seinem Jahresbericht. Die Feuerwehrleute wurden zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens acht Mal aus dem Schlaf gerissen. 121 Mal wurde die Wehr zwischen 6 und 18 Uhr alarmiert, „wenn normale Menschen arbeiten“. Deshalb bedanke er sich ganz besonders bei den Arbeitgebern.

 Eine dramatische Situation erlebte die Wehr am 7. Februar. „So etwas möchte ich nie wieder mitmachen“, gestand Lamp. In einem Kleingarten wurde ein Behälter mit der Aufschrift Zyklon B entdeckt. Der Behälter sei in Schutzanzügen geborgen und entsorgt worden. „Mit diesem Einsatz standen wir sogar in der Washington Post.“ Ebenfalls überregional beachtet wurde ein Einsatz im Sommer, als 3500 Kinder zum Handball auf dem Jahnplatz zusammenkamen. Bei 30 bis 35 Grad litten viele unter der Hitze, sodass die Wehr mit Wasser zur Kühlung anrückte.

 Gerettet wurden 64 Personen, darunter 19 Verletzte. Sieben Menschen starben.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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