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Für die Kommunen wird’s schwierig

Kreis Plön Für die Kommunen wird’s schwierig

Flüchtlinge, zwei große Einweihungsfeste, Nahverkehr und der Start der energetischen Sanierung der kreiseigenen Immobilien. Das sind nach Ansicht von Kreispräsident Peter Sönnichsen und Landrätin Stephanie Ladwig einige der großen Themen, die 2016 wichtig werden im Kreis Plön.

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Kreispräsident Peter Sönnichsen und Landrätin Stephanie Ladwig blicken gespannt auf die Bauarbeiten für die Klinikerweiterung und die neue Feuerwehrzentrale in Preetz.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Plön. Niemand kann sagen, wie viele Menschen in diesem Jahr aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak im Kreis untergebracht werden müssen. Ladwig rechnet nach den Schätzungen des Landes (60000 Menschen insgesamt) mit 2600 bis 2700 Flüchtlingen, die dem Kreis zugeteilt werden. Die Unsicherheit belaste auch die Kommunen, die Wohnungen zum Teil langfristig angemietet haben, Häuser gekauft oder Neubauten planen. Was passiert aber, wenn die Menschen später aus dem Kreis Plön abwandern, die Mietverträge aber noch weiterlaufen? Sönnichsen und Ladwig sind sich einig: Die Kommunen sind in einer ganz schwierigen Situation.

 Die zwei größten kreiseigenen Baustellen befinden sich in Preetz und dürften fast zeitgleich gegen Ende des Jahres Einweihung feiern: die neue Kreisfeuerwehrzentrale (Baukosten 6,75 Millionen Euro) und der Neubau an der Klinik Preetz (8,5 Millionen, davon 6,6 Millionen Euro Landeszuschuss). Die Kreispolitik blickt vor allem darauf, ob der Kostenrahmen beim Bau der neuen Feuerwehrzentrale eingehalten wird. Ladwig kann da beruhigen: „Das ist alles gut verlaufen.“ Sie ist auch optimistisch, was die Verwertung der bisherigen Feuerwehrwehrliegenschaften in Plön (Zentrale) und Wankendorf (Übungsplatz) angeht. Ladwig und Sönnichsen freuen sich über die Aufwertung des Klinikstandorts Preetz. Der Neubau wird an die Ameos-Gruppe vermietet, die dort insgesamt 70 neue Betten unterhält.

 Ein weiteres Thema ist der öffentliche Nahverkehr, der die Kreispolitik dieses Jahr an verschiedenen Orten und unter verschiedenen Aspekten beschäftigt. Unter dem Stichwort „alternative Bedienformen“ geht in diesem Jahr noch die Ausschreibung für ein neues Konzept heraus. Anruf-Busse, Sammeltaxis und andere Formen von Fahrdiensten sollen die ländlichen Gebiete im Kreis erschließen, wo große Busse nicht mehr wirtschaftlich sind. In Sachen Fördeschifffahrt stehen Workshops und Gespräche mit der Stadt Kiel an. Wie gelingt es, die Schiffe anziehender für Passagiere zu machen, ist dabei die Kernfrage, auf die Antworten gesucht werden. Weitere Fragen wirft die geplante Reaktivierung der Eisenbahnstrecke Kiel-Schönberg auf. Wie lassen sich dort die Fahrzeiten von Bahn und Bussen kombinieren?

 Im vergangenen Jahr nahm ein neuer Klimaschutzmanager seine Arbeit auf. Seine Aufgabe: die energetische Sanierung der 30 kreiseigenen Gebäude (Schulen, Klinikgebäude, Rettungswachen, Feuerwehr, Frauenhaus, Kreismuseum, Verwaltungstrakte). In diesem Jahr beginnen die Planungen für eine bessere Dämmung des Gymnasiums Schloss Plön. Die Schule, die seit Jahren zum Beispiel auf einen dringenden Dachausbau wartet, steht in der Prioritätenliste ganz oben.

 Die öffentliche Kontroverse um den Rettungsdienst im Raum Lütjenburg ist erloschen. Dennoch tut sich in diesem Jahr etwas. Der Kreis hat ein Grundstück in der Gemeinde Giekau angepachtet und stationiert dort einen Rettungswagen. Ziel ist es, die gesetzlich vorgeschrieben Anfahrtszeiten zu den Notfall-Patienten besser einzuhalten.

 Gespannt blicken Sönnichsen und Ladwig zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Dort ist ein Verfahren anhängig im Zusammenhang mit den Zuschüsse für das gescheiterte Technologiezentrum Blomenburg. Der Kreis hat neun Millionen Euro in seinem Haushalt 2016 zurückgestellt, die das Land auf juristischen Weg zurückfordert. In zwei Instanzen gaben die Richter dem Kreis zwar recht (keine Rückzahlung), doch entscheiden die Karlsruher Richter anders, müsste der Kreis Plön zur Bank gehen und die neun Millionen als Kredit aufnehmen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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