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Mit maximalem Pessimismus

Fusion Gemeindewerke Mit maximalem Pessimismus

Zum dritten Mal verhandeln Heikendorf und Schönkirchen über die Fusion ihrer Gemeindewerke. Am Donnerstagabend informierte die Heikendorfer Lenkungsgruppe öffentlich über den aktuellen Stand. „Der Hafen bleibt in der Hand der Gemeindewerke“, versicherte Bürgermeister Alexander Orth.

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Heikendorfs Verhandlungsführer Olaf Bartels stellte das Eckpunktepapier vor, über das die Gemeindevertretung kommende Woche beraten will.

Quelle: Andrea Seliger

Heikendorf. Zunächst stellte Olaf Bartels (Grüne), der Verhandlungsführer der Heikendorfer in der Lenkungsgruppe, den bisherigen Weg und grobe Züge des Eckpunktepapiers vor, über das am Mittwoch, 18. November, auch die Gemeindevertretung entscheiden soll. Wie zuvor schon der Bürgermeister betonte auch Bartels, dass die Fusion noch nicht beschlossen sei: „Auf einem Weg von zehn Kilometern sind wir erst die ersten drei oder vier gegangen.“

 Anlass zu den Fusionsplänen war unter anderem die Frage, ob die Heikendorfer Gemeindewerke für den Markt längerfristig nicht zu klein seien: „Es ist eine bröckelnde Tendenz erkennbar“, so der Bürgermeister, 640 Heikendorfer Haushalte kauften ihren Strom bereits anderswo. Der bürokratische Aufwand pro Kilowattstunde steige daher stetig.

 Klar ist bereits, dass beide Standorte erhalten bleiben sollen: „Die Ansprechpartner bleiben da sitzen, wo sie sind“, so Bartels. Die Bedingungen sollten sich für den Kunden aus Heikendorf und Schönkirchen nicht verschlechtern. „Der entscheidende Punkt ist: „Was kommt dabei raus? Das müssen wir erst prüfen“, so Alexander Orth. Grundsätzlich gehe man zwar davon aus, dass die Fusion wirtschaftlich sinnvoll sei, da man einen Geschäftsführer spare und auch auf Synergieeffekte setze. „Wir werden mit maximalem Pessimismus an die Rechnung gehen. Es bringt nichts, dass wir uns in die Tasche lügen“, erklärte Bartels den nächsten Schritt. Er geht davon aus, dass das Ergebnis bis zur Sommerpause vorliegt – „dann wissen wir, ob wir die Fusion weiter betreiben oder nicht“.

 Die Sorgen aus dem Publikum, in dem viele Angestellte der Gemeindewerke saßen, betrafen neben der Preisgestaltung die Zukunft der Arbeitsplätze und des Hafens. „Lassen Sie es nicht so weit kommen, den Hafen aus dem Paket auszugliedern!“, warnte ein Bürger.

 Dem traten Bartels und Orth entgegen. „Wir werden den Hafen nicht verkaufen und nicht ausgliedern. Er wird als extra Sparte unter dem Dach der Gemeindewerke weitergeführt.“, erklärte der Verhandlungsführer den Plan. „Der Hafen ist ein ganz wertvolles Gut der Gemeinde“, bekräftigte auch der Bürgermeister.

 In Sachen Arbeitsplätze hatten die beiden Gemeindewerke bisher unterschiedliche Strategien verfolgt: Während Heikendorf über eine eigene technische Abteilung verfügt, auch zur Wartung der Netze, hatte Schönkirchen die Aufträge an einen privaten Unternehmer vergeben. Laut Eckhard Jensen und Olaf Bastian aus der Schönkirchener Lenkungsgruppe, die die Diskussion verfolgten, sei Schönkirchen jedoch bereit, von dieser Philosophie abzurücken. Es sollte ein sanfter Übergang geschaffen werden.

 Eine Ahnung davon, wie viele Emotionen in diesem Thema stecken, bekamen die Zuhörer in einem hitzigen Schlagabtausch über den Zustand der Netze zwischen Henning Grotelüschen, ehemaliger Heikendorfer Gemeindevertreter, und Eckhard Jensen. Und selbst innerhalb der heutigen Heikendorfer Lenkungsgruppe, so gestand Olaf Bartels, gebe es gelegentlich Dissens. Doch alle seien Lokalpatrioten, versicherte er dem Publikum: „Wir haben überhaupt keine Ambitionen, das Tafelsilber abzugeben.“

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