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Gebäude werden eine Nummer kleiner

Appartements in Hohwacht Gebäude werden eine Nummer kleiner

Im Streit um den Bau von neuen Ferienappartements am Strandwall von Hohwacht kommt die Gemeinde den Kritikern des Projektes entgegen. Sie verkleinert die Maximalgröße der geplanten vier Gebäude von 20 auf 18,50 Meter Seitenlänge. Der überarbeitete Bebauungsplan wird erneut ausgelegt.

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Noch sprießen junge Pappeln am Strandwall von Hohwacht. Auf der Fläche, die zum Parkplatz an der Seestraße gehört, sollen vier Gebäude mit Ferienappartements und Hotelzimmern entstehen.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Hohwacht. Die knapp 70 Zuhörer erlebten am Donnerstag zu Beginn eine sehr formale Sitzung der Gemeindevertretung. Die Hohwachter Ortspolitiker rechnen damit, dass gegen den Bebauungsplan Am Dünenweg Klage eingereicht wird und wollten die Prozedur absolut fehlerfrei hinter sich bringen. Über alle 46 eingegangenen Anregungen der ersten öffentlichen Auslegung der Pläne wurde einzeln abgestimmt. Eine gefühlte Ewigkeit sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Karin Schöning immer wieder. „Der Abwägungsbeschluss liegt vor. Wortmeldungen? Ich bitte um das Handzeichen.“

 Die Gemeindevertretung billigte einstimmig eine weitere entscheidende Veränderung zum ersten Entwurf. Der Fischimbiss, der bisher auf dem Parkplatz steht und dessen Pachtvertrag gekündigt wurde, darf auf das angrenzende Gelände des Minigolf-Platzes umziehen. Die Gemeinde fügte in den Bebauungsplan extra ein 100 Quadratmeter großes Baufenster für den Imbissbetrieb ein.

 Unverändert ließ die Vertretung allerdings die Höhe der umstrittenen Appartement-Gebäude. Sie liegt weiterhin bei 13,50 bis 14,50 Meter. Damit bleibt die Forderung der Skeptiker, die Gebäude niedriger zu planen, unberücksichtigt.

 So trocken die Sitzung angefangen hatte, so lebhaft ging sie zu Ende. Es erhob sich ein Streit zwischen Alt- und Neubürgern des Ortes. Schöning bemerkte, dass unter den kritischen Einwendungen kein einziger von einem „alteingesessenen“ Hohwachter stamme. „Das war für mich eine Entscheidungshilfe.“ Unterstützung bekam sie für ihre Ansicht in der Einwohnerfragestunde von Cornelia Schwabe, einer Zuhörerin im Kursaal. Sie sei in Hohwacht geboren, aufgewachsen und lebe auch im Ort. „Wir brauchen keine Bürger, die erst drei oder fünf Jahre hier sind und die Hohwacht gestalten wollen“, hielt Schwabe den Kritikern des Bebauungsplanes entgegen.

 Das ließ Jürgen Schmidt, einer der Wortführer der Projektgegner, nicht auf sich sitzen. Die beschriebene Gruppe trage durch die Zweitwohnungssteuer und andere Leistungen nicht unwesentlich zur Finanzierung des Ortes bei, hielt er dem entgegen.

 Schmidt greift im Internet die Gemeinde und einzelne Personen im Zusammenhang mit den Plänen am Dünenweg teilweise extrem polemisch an. Dem CDU-Gemeindevertreter Wolfgang Lilienthal platzte in der Sitzung deswegen der Kragen. „Wer so herablassend und ehrabschneidend schreibt, der hat sich als Gesprächspartner disqualifiziert.“ Die Texte Schmidts seien „selbstgerecht“ und „gehässig“, so Lilienthal. Schmidt verließ nach diesen Angriffen den Saal.

 Zuhörer Christian Behn fragte, warum es zu dem wichtigen Bebauungsplan keine Einwohnerversammlung gegeben hat. Schöning verwies darauf, dass die Vertretung sich seit 2004 mit dem Thema befasse und es auch in den Wahlkämpfen immer wieder aufgegriffen wurde. Man habe in der Vergangenheit zahlreiche Diskussionen mit Bürgern geführt.

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Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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