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Künftige Generationen sollen entscheiden

Gemeindevertretung Kirchnüchel Künftige Generationen sollen entscheiden

Die Gemeindevertretung Kirchnüchel lehnt die Ausweisung eines Landschaftsschutzgebiets im Vorland des Bungsbergs einstimmig ab. Die Ortspolitiker möchten es zukünftigen Generationen offen lassen, ob sie zum Beispiel Windräder aufstellen.

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Windkraft oder Landschaftsschutzgebiet: In der Gemeinde Kirchnüchel möchte man am liebsten beides gleichzeitig.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Kirchnüchel. „Ich bin gespalten in der Frage“, sagte Bürgermeister Jörg Schöning. Die Gemeinde wollte schon einmal Windräder errichten lassen, was die Kreisverwaltung damals allerdings untersagte. „Das ist ein Weg, wie wir zu höheren Steuereinnahmen kommen.“ Kirchnüchel lebe bisher nur seinen Schlüsselzuweisungen. Andererseits sei er auch für den Schutz der Landschaft. Auch Heiko Plogstiehs gab sich skeptisch gegenüber einem Landschaftsschutzgebiet. „Wir wollen uns da nichts für die Zukunft verbauen lassen.“

Wie berichtet, sucht das Land nach weiteren Flächen für Windräder. In Frage kommen dafür unter anderem Bereiche in den Gemeinden Kletkamp, Helmstorf, Dannau und Blekendorf. In Kirchnüchel selbst gibt es keine Abwägungsflächen. Nach Bekanntwerden der Landespläne griff die Kreisverwaltung die Ausweisung des Landschaftsschutzgebiets Bungsberg-Vorland mit Högsdorfer Hügelland wieder auf, die auf das Jahr 1984 zurückgeht. Ein Landschaftsschutzgebiet schließt nach bisheriger Praxis den Bau von Windrädern aus. Neben Kirchnüchel lehnt auch Kletkamp das Landschaftsschutzgebiet ab. Dafür sind Högsdorf, Helmstorf und Hohwacht, die eine Verschandelung der Landschaft durch die Windräder fürchten. Dannau und Blekendorf entscheiden noch.

Kreisplaner Eckart Schäfer und Klaus Vonderlage (Untere Naturschutzbehörde) kündigten in der Sitzung an, dass der Kreis schon Ende Juni eine vorläufige Veränderungssperre für das geplante Gebiet aussprechen werde. Sie gilt für zwei Jahre. In dieser Zeit haben die Gemeinden die Gelegenheit, ihre Wünsche und Ideen einzubringen. Schäfer: „Ein Landschaftsschutzgebiet ist kein Instrument, um Entwicklungen zu verhindern.“ Ziel der Ausweisung sei es, die wertvolle Teich- und Moränenlandschaft mit dem hohen Waldanteil zu schützen. Das Landschaftsschutzgebiet soll sich über Kirchnüchel, Hohwacht, Kletkamp, Dannau, Helmstorf, Högsdorf und Blekendorf erstrecken.

Die Gemeinde Kirchnüchel wird sich nicht am Kauf eines Elektro-Bürgermobils beteiligen. Einstimmig lehnte die Vertretung eine Anfrage der Helmstorfer Bürgermeisterin Birgitta Ford ab. Sie hatte einen Fahrdienst für Senioren einmal in der Woche nach Lütjenburg initiiert. Anfangs fuhr auch eine Dame aus Kirchnüchel mit.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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