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Knackpunkt bleibt die Erschließung

Gewerbegebiet Wakendorf Knackpunkt bleibt die Erschließung

Die einen verwiesen auf die große Chance für Preetz. Die anderen mahnten an, die Investitionskosten und den Bedarf zu überprüfen. Dabei stand gar keine Beratung zum interkommunalen Gewerbegebiet Wakendorf auf der Tagesordnung der Stadtvertretung, sondern nur ein Sachstandsbericht.

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Das letzte freie Grundstück im Gewerbegebiet Wakendorf in Preetz wurde im vergangenen Jahr bebaut. Eine Erweiterung ist auf der direkt angrenzenden, vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Fläche möglich.

Quelle: Ulf Dahl

Preetz. Bereits 2006 sei das gut 32 Hektar große, derzeit vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Areal im Flächennutzungsplan als mögliches Gewerbegebiet ausgewiesen worden, berichtete Bürgermeister Björn Demmin. Im vergangenen Jahr sei der Rahmenplan beraten und mit dem Grüngürtel, der das Gebiet in Nord und Süd unterteile, wohlwollend von den Kommunalpolitikern aufgenommen worden. Artenschutzgutachten und Biotopkartierung habe die Stadt schon abgearbeitet. Im vergangenen Jahr sei das letzte freie Grundstück im Preetzer Gewerbegebiet Wakendorf bebaut worden. Die Erweiterung sei als „Premiumstandort“ aber auch von überregionaler Bedeutung, so Demmin.

Knackpunkt sei weiterhin die noch nicht gelöste Frage der Erschließung: „Da sind wir genau so schlau wie vor einem Jahr.“ Für die Erschließung sei eine politische Entscheidung notwendig. Den vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr favorisierten Anschluss über die Brücke am Rethwischer Weg hatten die Kommunalpolitiker abgelehnt, weil Anwohner eine verstärkte Verkehrsbelastung befürchtet hatten. Zwei weitere Alternativen waren nicht genehmigungsfähig (direkter Anschluss an die B76 und neues Brückenbauwerk), eine weitere vom Knotenpunkt Wakendorf parallel zur B76 nur schwer umsetzbar.

Zwei neue Varianten waren erst in der vergangenen Woche im Bauausschuss vorgestellt worden: eine durch das bestehende Gewerbegebiet, womit aber mit der heutigen Infrastruktur nur der nördliche Teil der neuen Fläche erschlossen werden könnte, und eine neue Straße rund um die Firma Frank Druck. Dafür müssten Flächen von der Nachbargemeinde Lehmkuhlen gekauft werden. Nachteil: Der Weg zur B76 könnte zu lang sein, die Lkw-Fahrer würden den Schleichweg durch das alte Gewerbegebiet nutzen. Demmin sprach nochmals das diskursive Planverfahren an, das er bereits einmal vorgeschlagen hatte, bei dem mit allen Beteiligten ein moderiertes Gespräch über die Erschließung geführt werde.

Der Bürgermeister erläuterte das weitere Vorgehen: Eine genaue Kostenschätzung solle im nächsten Ausschuss vorgelegt werden, bisher stünde eine Summe von rund 12,5 Millionen Euro im Raum. „Wir werden Ihnen genauere Zahlen an die Hand geben.“

„Für eine Stadt wie Preetz ist es immer gut, Gewerbeflächen vorzuhalten, um sie nicht von der Zukunftsfähigkeit abzuschneiden“, erklärte Simon Bussenius (CDU) und nannte auch die Einnahmen aus der Gewerbesteuer als Argument. Die Stadt Kiel könne ihren Bedarf an Gewerbeflächen schon nicht mehr decken. „Es ist aberwitzig, dass die, die am meisten von diesem Projekt profitieren – nämlich wir –, auf der Bremse stehen.“ Thomas Janßen erklärte für seine SPD-Fraktion, dass man die große Bedeutung ebenfalls sehe und zu einer konstruktiven Lösung kommen müsse. „Wir müssen den tatsächlichen Bedarf auf den Tisch legen“, forderte Arne Drews (Bündnis 90/Die Grünen). „Es muss klar sein, dass wir nicht auf einer grünen Wiese sitzen bleiben.“ In anderen Kommunen gebe es noch freie Flächen. Henning von Schöning (Grüne) sah für Preetz keinen Bedarf: „Die B76 ist nicht die Hauptverkehrsachse in Schleswig-Holstein.“

Gewerbegebiete im Kreis Plön

Im Rahmen eines interkommunalen Planungsdialogs für die Kiel-Region hatten sich vor zwei Jahren in Gesprächen mit Kiel und der Wirtschaftsförderungsagentur des Kreises Plön, wie berichtet, drei Standorte herausgeschält: Melsdorf für großflächiges Gewerbe, der Wissenschaftspark Kiel für wissenschaftlich orientierte Unternehmen sowie Preetz für Klein- und mittelständische Unternehmen. Im Kreis Plön gab es keine andere Gewerbefläche in dieser Größe und in der Nähe zur B76.

Laut einerBestandsaufnahme der Kreisverwaltung Ende vergangenen Jahres sind nur noch 15,5 Hektar freie Gewerbeflächen im gesamten Kreisgebiet sofort verfügbar. Dazu gehören Bösdorf (0,5 Hektar von insgesamt 1,5 Hektar), Kalübbe (1,2/2), Lütjenburg mit Bunendorp (2/4,4) und Hopfenhof (0,2/2,8), Plön (0,6/10,2), Preetz mit Dänenkamp (3,4/4,3), Fiefbergen (1,5/3,1), Probsteierhagen (0,2/3,2), Schönberg (0,4/29,5), Selent (2,8/11) und Wankendorf (2,6/6,9).

Mittelfristig verfügbar wären Flächen in Lütjenburg (6,6 Hektar – auf dem Konversionsgelände), Preetz-Wakendorf (32,6 – interkommunales Gewerbegebiet), Schönberg (4,8 – Verhandlungen über Erweiterungsflächen laufen), Schönkirchen (9,1 – Erweiterung in Vorplanung), Schwentinental-Dreikronen (4,2 – Verfügbarkeit durch Erschließungssituation eingeschränkt) und Selent (3,2 – Erweiterung in Vorplanung). Keine freien Flächen gibt es mehr in den Gewerbegebieten von Ascheberg, Heikendorf, Preetz-Wakendorf, Höhndorf, Laboe, Stein, Schönkirchen, Schwentinental (Raisdorf-West, Raisdorf-Nord und Klausdorf) und Stolpe.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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