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Schönkirchen droht dickes Minus

Gewerbesteuereinnahmen Schönkirchen droht dickes Minus

Nach den historisch hohen Gewerbesteuereinnahmen in zweifacher Millionenhöhe 2014 und 2015, kommt es für die Gemeinde Schönkirchen jetzt knüppeldick. Die Gewerbesteuervorauszahlungen für das laufende Jahr müssen rückwirkend zum 1. Januar um 12,3 Millionen Euro reduziert werden.

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Im Gewerbegebiet von Schönkirchen mit seiner direkten Anbindung an die B 502 sollen sich auf den geplanten Erweiterungsflächen am „Söhren“ neue Unternehmen ansiedeln. Die Gemeinde möchte ihre Gewerbesteuereinnahmen in Zukunft auf breitere Beine stellen.

Quelle: Christoph Kuhl

Schönkirchen. Das hat gravierende Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt und wird sich ab 2017 auch in den Etats des Kreises Plön sowie der Partnergemeinden Heikendorf und Mönkeberg bemerkbar machen.

 Über die Hintergründe dieser Ertragseinbrüche kann mit Blick auf das Steuergeheimnis unter Kommunalpolitikern und in der Verwaltung nur spekuliert werden. Amtskämmerer Ralph Withohn sprach am Donnerstag in der Sitzung des Finanzausschusses von „einem diesmal nicht auf ein Jahr begrenzten Effekt.“ Fakt ist, dass die Gewerbesteuereinnahmen zu fast 90 Prozent von einem Unternehmen stammen. Ein Aspekt der von Gemeindeseite geplanten Gewerbegebietserweiterung an der B502 ist deshalb auch, diese Einnahmen in Zukunft mit der Ansiedlung neuer Firmen mittel- bis langfristig auf eine breitere Basis zu stellen. Spätestens 2016 bricht der Gemeindehaushalt aber zunächst einmal zusammen.

 Zwar werde laut Withohn in der Planung für 2015 noch ein Überschuss von immerhin 4,6 Millionen Euro ausgewiesen (veranschlagt waren 7,7 Millionen Euro). Richtig dramatisch wird es dann aber im nächsten Jahr. Wegen der ungewöhnlich hohen Steuerkraft in den Vorjahren hat Schönkirchen Umlagezahlungen an Kreis und Land in Höhe von satten 26,5 Millionen Euro zu stemmen. Für Ende 2016 ist deshalb ein Jahresfehlbetrag von knapp 7 Millionen Euro zu erwarten. Noch heftiger wird es dann 2017, wenn Schönkirchen aufgrund der stark gesunkenen Steuerkraft von einer Geber- zur Nehmergemeinde wird und Schlüsselzuweisungen in Höhe von 4,5 Millionen Euro erhält. „Die Jahre 2016 und 2017 sind aber zunächst überhaupt nicht geeignet für belastbare Aussagen, wohin Schönkirchen finanzwirtschaftlich steuert“, so Withohn weiter. Die bislang schuldenfreie Gemeinde wird sich nach jetzigem Stand und angesichts der geplanten Vorhaben bis Ende 2018 auf 6,2 Millionen Euro verschulden.

 Fest steht für Olaf Bastian, der die Finanzausschuss-Sitzung am Donnerstag stellvertretend leitete, dass „wir uns in Zukunft in einem sehr eingeschränkten finanziellen Rahmen bewegen werden“. Die Investitionen sollten auf das Notwendigste begrenzt werden. Einstimmig sprach sich der Finanzausschuss für die erneute Bildung einer Haushaltskonsolidierungskommission aus, die schon 2013 unter nicht ganz so dramatischen Finanzbedingungen gebildet worden war. Ein Arbeitskreis Finanzen wird zudem zusammen mit der Verwaltung den Haushalt für 2016 vorbereiten.

 Folgen haben die gewaltigen Gewerbesteuereinbrüche in Schönkirchen auch für die beiden Schrevenborner Partnergemeinden Heikendorf und Mönkeberg. Dort wird man sich ab 2017 auf erheblich höhere Amtsumlagezahlungen einstellen müssen. Und auch beim Kreis Plön, der sich in diesem und im nächsten Jahr noch über den warmen Finanzregen aus Schönkirchen freuen kann, werden ab 2017 die Einnahmen wieder auf ein Normalmaß gestutzt.

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