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Das unnötige Leid der Rehe

Giekau Das unnötige Leid der Rehe

Es war ein Bild des Schreckens, das sich vor einigen Tagen dem Jäger Christoph Keller in Giekau bot. Ein angefahrenes Reh lag blutend im Graben. Durch die Wucht des Aufpralls war dem Tier ein Stück Fell abgezogen worden. Trotzdem lebte es noch. Der Unfall wurde nicht gemeldet. Kein Einzelfall im Kreis Plön.

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Jäger Christoph Keller zeigt das Geweih eines Damhirsches. Das Tier verendete im Bereich Giekau, nachdem es vermutlich angefahren wurde. Immer mehr Autofahrer melden ihre Wildunfälle nicht mehr.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Giekau. Normalerweise sollte es so ablaufen: Wenn ein Autofahrer ein Stück Wild anfährt und das Tier überlebt, womöglich verletzt weiterläuft, verständigt er die Polizei. Die ruft dann in der Regel den Jäger des betreffenden Reviers an, der sich sofort auf die Suche nach dem verletzten Tier macht und ihm gegebenenfalls den Gnadenschuss gibt. In schätzungsweise 200 Fällen pro Jahr unterbleibt aber der Anruf bei der Polizei. Die Rehe und Wildschweine verenden zum Teil erst nach Tagen.

 Keller, der Leiter des Hegeringes IV ist, vermutet vier Gründe hinter dem Verhalten. Einige Autofahrer seien mit Sicherheit angetrunken oder anderweitig berauscht. Sie trauten sich natürlich nicht, die Polizei anzurufen. Andere stünden unter Zeitdruck und hätten keine Geduld, auf Jäger oder die Polizisten zu warten. Eine dritte Gruppe mache für sich eine Rechnung auf: Liegt der Schaden über der Selbstbeteiligung bei der Teilkasko? Liegt er darunter, warum also jemanden anrufen, um eine Bescheinigung für die Versicherung zu erhalten? Auch die Diskussion um die wieder eingeführte Jagdsteuer und die Weigerung der Jäger, totes Fallwild einzusammeln, könnte aus seiner Sicht eine Rolle spielen. Bei einigen Menschen sei der Eindruck entstanden, die Jägerschaft kümmere sich überhaupt nicht mehr um angefahrenes Wild, so Keller.

 Das Gegenteil sei aber der Fall. Für die Nachsuche in besonders schwierigen Fällen stehe im Kreis Plön sogar ein speziell ausgebildeter Schweißhund zur Verfügung, der über eine noch bessere Nase verfüge, als die Hunde der übrigen Jäger. Rund 300 Mal im Jahr mache sich das Tier in der Feldmark auf die Suche nach verletztem Wild. Tiere leiden sehen, das wolle kein Jäger.hjs

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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