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Frisch auf den Mittagstisch

Giekauer Pastorat Frisch auf den Mittagstisch

Cornelia Meyer hatte schon immer Spaß am Kochen und daran, anderen Menschen eine Freude zu machen. Seit zwei Jahren kocht die 59-Jährige unentgeltlich einmal im Monat den Mittagstisch im Giekauer Pastorat und spendet diese Mahlzeit.

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„Was gibt’s denn heute?“: Dörte Vedder vom Kirchengemeinderat (rechts) betätigt sich als Topfguckerin und schaut Cornelia Meyer über die Schulter. Die Emkendorferin spendet einmal im Monat das Essen für den Mittagstisch.

Quelle: Orly Röhlk

Tröndel. Wer will, genießt dort jeweils am vorletzten Freitag kostenlos ein Essen samt Nachtisch oder gibt eine Spende ins Sparschwein. Auf diese Weise kamen bisher knapp 1400 Euro zusammen. Das Geld leitete die Emkendorferin an die Kinderkrebshilfe weiter.

 „Kochen ist mein Hobby“, strahlt Cornelia Meyer, die seit 23 Jahren bei einem Partyservice in Wittenberger Passau arbeitet, wo sie in ihrer Freizeit auch die Mahlzeiten zubereitet. Alle Zutaten bezahlt sie aus eigener Tasche. Bei Gisela und Helmut Boll in der „Edeltanne“ in Fargau lernte die fröhliche Frau, die gern und viel lacht, einst das Kochen.

 Jedes Mal kommen etwa 30 Personen ins Pastorat, lassen sich überraschen, was es denn wohl heute gibt. Auf Wunsch holt der Kirchbus sie aus den umliegenden Dörfern ab. In dieser Woche steht Nackenbraten mit Kartoffeln, Gemüse und Sauce auf dem Speiseplan. „Ich gucke mir ein Bild im Rezeptbuch an und denke, das könnte was werden“, lacht die zweifache Mutter und Großmutter von drei Enkeln. So kommen die Gäste in den Genuss von Gulasch, Putencurry, Krustenbraten, Wild oder Schnitzel mit Beilagen, und zum Nachtisch gibt es Grütze, Pudding oder Quarkspeise.

 Lange Jahre habe sie in Kenia ein Patenmädchen unterstützt und sich in anderen Projekten engagiert. Das Wissen darum, dass es auch in der Region ältere und bedürftige Menschen gibt, für die man etwas tun könnte, bewog Cornelia Meyer, sich an Dörte Vedder vom Kirchengemeinderat zu wenden. Die Idee des Mittagstischs für Alleinstehende war geboren. „Viele kommen immer wieder, es ist schön, andere Leute kennenzulernen, sich an den gedeckten Tisch zu setzen“, erzählt Dörte Vedder.

 Schnell fanden sich weitere Helfer. Traute Schümann holt die Mahlzeiten in Wittenberger Passau ab. Christa Hellge und ihre Tochter Franzi sowie Renate Bröckl sind um 11 Uhr da, machen Nachtisch, decken ein. Anschließend erledigt Dörte Vedder den Abwasch, bringt die Behälter zurück. „Das klappt immer super“, freut sie sich über das eingespielte Team. Auch Pastor Günther Suckow ist immer mit kleinen Geschichten und einem Gebet dabei.

 Cornelia Meyer liebt ihren Beruf und variiert gern die Zutaten je nach Bedarf. „Es ist mir egal, ob ich für 30 oder 50 koche, aber wenn ich keine Zeit zum Kartoffelnschälen habe, gibt’s Nudeln“, lacht sie. Alles im Brotteig macht sie nicht, weil es zu aufwendig wäre, ebenso hat Salzkrustenbraten bei ihr keine Chance. Klöße und Kroketten bereitet sie ebenfalls nicht für den Mittagstisch zu („die werden matschig“) und auf Schwarzsauer dürften die Gäste auch vergeblich warten, das mag sie nicht. Einmal im Jahr fällt die Mahlzeit aus. „Wenn wir in den Urlaub fahren, muss ich Nein sagen“, sagt Cornelia Meyer.

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