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Glockenklang in der Ferne bald lauter

Preetzer Kirchturm Glockenklang in der Ferne bald lauter

Viele Preetzer blicken automatisch zur Kirchturmuhr, wenn sie die Kirchenstraße hinaufgehen. Doch die Zeiger sind zurzeit von einem Gerüst verdeckt. Auch der Glockenschlag zur vollen Stunde und zu jeder Viertelstunde erklingt nicht. Grund ist der Austausch der Schall-Luken in luftiger Höhe.

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Jürgen Plischke, Vorsitzender des kirchlichen Bauausschusses, begutachtet die frisch eingebauten Schall-Luken im Kirchturm.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Über schmale Stiegen geht es im Kirchturm nach oben. Vorbei am Uhrwerk, das regelmäßig vom Küster per Hand aufgezogen werden muss. Unterwegs öffnet Jürgen Plischke, Vorsitzender des Bauausschusses in der evangelischen Kirchengemeinde Preetz, ein Fenster. Der weite Blick über Preetz wird etwas versperrt durch das Gerüst. Plischke weist auf die von außen verwitterten Läden: „Wenn das Gerüst schon steht, wollen wir sie gleich mit streichen lassen“, erklärt er.

 Wieder geht es ein paar Stufen höher zu den Glocken. „Die Uhr wurde abgestellt“, erzählt Plischke. Diese löst normalerweise per Zugdraht den Hammerschlag auf die Glocke aus. Das wäre aber zu laut für die Arbeiter im Kirchturm, die die alten Schall-Luken ausbauen. „Wir vermuten, dass sie aus dem Jahr 1913 stammen, als der Turm zum letzten Mal saniert wurde“, meint Plischke. Darauf deuteten auch die Beschläge und die Schrauben hin.

 Die schräg angebrachten Bretter lenkten den Schall der Glocke auf die Stadt, aber vor allem auf die nähere Nachbarschaft. Das soll sich nun mit den neuen Modellen ändern: „Der Schall trägt zukünftig weiter, in der Nähe wird es leiser.“ Vor dem Austausch waren die Luken von außen per Hubsteiger ausgemessen und in der Werkstatt aus Eichenholz vorgefertigt worden. Sie erhielten einen speziellen norwegischen Farbanstrich, der witterungsbeständiger sein soll. Der Spalt zwischen den einzelnen Brettern ist schmaler als vorher. Ein Netz verhindert, dass Tauben in den Turm kommen. Außerdem wurde ein Schlagregen- und Schneeschutzgitter angebracht.

 Der Auftrag für die Arbeiten war im Oktober vergeben worden. Der Tausch der Schall-Luken kostet rund 30000 Euro. „Wir danken dem Förderverein Stadtkirche, der diese Maßnahme komplett finanziert“, freut sich Plischke. Der Anstrich werde aus Mitteln der Kirchengemeinde bezahlt.

 Bei der Außenbesichtigung mit dem Hubsteiger wurde noch ein weiterer Schaden festgestellt. „Der Wetterhahn ist völlig verrostet und dreht sich nicht mehr – jetzt zeigt er immer Starkwind aus Nord an“, erläutert Plischke. Die Kirchengemeinde überlege derzeit noch, ob das Geld für einen neuen Hahn vorhanden ist. Vielleicht finde sich ja auch ein Spender, der dazu beitrage, die Kosten von 15000 bis 20000 Euro zu finanzieren, hofft der Bauausschussvorsitzende.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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